Washington D.C./Teheran

US-Angriff auf Iran könnte noch heute erfolgen

Amerikanische Kampfjets vom Typ F-35 Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein militärisches Eingreifen der USA in Iran könnte nach Einschätzung europäischer Diplomaten unmittelbar bevorstehen. Ein US-Einsatz sei innerhalb der nächsten 24 Stunden denkbar, hieß es bereits am späten Abend. Aus Israel verlautete, Präsident Donald Trump habe sich offenbar grundsätzlich für eine Intervention entschieden, Details zu Umfang und Zeitpunkt seien jedoch noch offen. Amerikanische und israelische Medien berichteten.

Eine amerikanische Quelle aus dem Umfeld der Trump-Administration bestätigte gegenüber dem britischen Blatt »The Independent« die Einschätzung der Europäer. »Präsident Trump ist bereit, den Knopf zu drücken«, wurde die anonyme Quelle zitiert. »Es wird eine chirurgische Entfernung des Regimes sein.«

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen hat Washington bereits damit begonnen, Personal von wichtigen Militärstützpunkten im Nahen Osten abzuziehen. Dabei handele es sich um Vorsichtsmaßnahmen angesichts der angespannten Lage, hieß es aus US-Kreisen. Ähnliche Schritte unternimmt auch Großbritannien, das Berichten zufolge Personal von einem Luftwaffenstützpunkt in Katar abzieht.

Auslöser der aktuellen Entwicklungen sind Warnungen aus Teheran. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte, der Iran habe gegenüber Nachbarstaaten, in denen US-Truppen stationiert seien, deutlich gemacht, dass amerikanische Stützpunkte Ziel von Angriffen würden, sollte Washington militärisch gegen ihn vorgehen. Betroffen wären demnach unter anderem Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.

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Parallel dazu rufen immer mehr Staaten ihre Bürger zur Ausreise aus Iran auf. Das polnische Außenministerium forderte seine Staatsangehörigen nachdrücklich auf, das Land umgehend zu verlassen und von Reisen nach Iran abzusehen. Auch Italien appellierte an seine Bürger, Iran angesichts der Sicherheitslage zu verlassen. Nach Angaben aus Rom halten sich derzeit rund 600 Italiener in dem Land auf, die meisten von ihnen in der Region Teheran.

Bereits zuvor hatten die USA ihre eigenen Staatsbürger eindringlich zur Ausreise aufgefordert. In einer Mitteilung hieß es: »Amerikanische Bürger sollten den Iran jetzt verlassen. Planen Sie Ihre Ausreise auf dem Landweg nach Armenien oder in die Türkei, sollten diese Wege sicher sein.«

Zugleich haben sich die diplomatischen Kontakte zwischen Washington und Teheran weiter verschlechtert. Nach iranischen Angaben sind direkte Gespräche zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff ausgesetzt worden. Geplante Treffen zur Lösung des seit Jahrzehnten andauernden Atomstreits seien abgesagt worden, da die militärischen Drohungen der USA die diplomatischen Bemühungen untergraben hätten.

US-Präsident Trump hatte zuvor mehrfach mit einem harten Vorgehen gegen die Islamische Republik gedroht und Iran zugleich vor Vergeltungsschlägen gewarnt. Sollte Teheran die USA angreifen, werde Washington auf eine Weise reagieren, »die es so noch nie gegeben hat«, erklärte der Präsident. im

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