Frankfurt am Main

»Unbegreiflich und nicht hinnehmbar«

Die Kundgebung soll an der Frankfurter Hauptwache stattfinden. Foto: imago images/rheinmainfoto

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt hat die verantwortlichen Behörden dazu aufgerufen, die für Samstag angekündigte »Nakba Demonstration« zu verbieten.

»Es ist unbegreiflich, dass eine derartige Demonstration, die bereits in ihrem Ankündigungstext zur Vernichtung des Staates Israels aufruft, in unserer Stadt erlaubt ist«, heißt es in einer Pressemitteilung des Gemeindevorstands.

HETZE »Welche Wirkung eine solche rhetorische Aufwiegelung hat, haben wir in Frankfurt leider bereits mehrfach erleben müssen«, betont der Vorstand. Israelbezogener Antisemitismus und Hetze dürften keinen Platz in Frankfurt haben.

In dem auf Facebook veröffentlichten Demonstrationsaufruf heißt es unter anderem: »Wir fordern ein freies Palästina vom Fluss bis zum Meer, wo es kein Apartheid, keine Kolonialisierung, keine Vertreibung, keine rassistische Diskriminierung und keinen Landraub mehr gibt!« 

Die Gemeinde macht darauf aufmerksam, dass »Samidoun« als Terrororganisation eingestuft wurde.

»Wir Palästinenser*innen werden zurückkehren und nach Hause kommen!«, ist dort außerdem zu lesen. Als Initiatoren werden auf Facebook »Free Palestine FFM«, »Samidoun Deutschland«, »Stop Child Detention« und »Palästina Spricht Palestine Speaks« benannt.

TERROR Die Jüdische Gemeinde Frankfurt macht darauf aufmerksam, dass die Organisation »Samidoun« vom Staat Israel im Februar 2021 als Terrororganisation eingestuft worden sei, da sie als Auslandsvertretung der Terrororganisation »Popular Front for the Liberation of Palestine« wirke.

»Dass diese Organisation mit einem derart hasserfüllten Demonstrationsaufruf in Frankfurt gewähren darf, ist nicht hinnehmbar, lässt er doch auf einen Demonstrationszug schließen, der gegen Frieden und Toleranz wirbt«, erklärt der Gemeindevorstand.

ZEICHEN »Gerade auch in diesen Tagen, in denen Israel und seine Zivilbevölkerung unter massiven Raketenbeschuss aus dem Gaza steht und Frankfurt solidarisch an seiner Seite stehen sollte, wäre dies ein fatales Zeichen«, heißt es weiter.

Doch offenbar steht eine »Nakba Kundgebung« nicht nur in Frankfurt bevor. Im Demonstrationsaufruf ist zu lesen: »Falls ihr also nicht in Frankfurt seid, keine Sorge, in Berlin, Freiburg, Hamburg, Stuttgart, Kassel und Köln könnt ihr auch ein Zeichen setzen!« ja

Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Der Kabarettist Dieter Nuhr sagt, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genützt

 10.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Krieg

»Jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!«

Der US-Präsident sieht die iranischen Streitkräfte am Boden und droht dem Land einmal mehr. Teheran habe die Chance für einen Deal verpasst

 10.06.2026

München

Anklage nach Angriff auf israelisches Konsulat

Ein 24-Jähriger wirft Steine auf die Einrichtung und löst mit einem verdächtigen Rucksack einen größeren Polizeieinsatz aus. Weshalb ihn Ermittler vor Gericht sehen wollen

 10.06.2026

Brandenburg

Goebbels-Villa könnte Zentrum gegen Extremismus werden

Das alte Haus nördlich von Berlin verfällt seit Jahren. Jetztsoll daraus ein Ort gegen Antisemitismus werden

 10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026