Brandenburg

Umfrage: AfD knapp vor SPD

Wahlplakate von AfD und SPD in Frankfurt an der Oder Foto: IMAGO/NurPhoto

Kurz vor der Landtagswahl in Brandenburg spitzt sich der Kampf um Platz eins laut einer Umfrage zu. Die zumindest in Teilen rechtsextremistische AfD liegt mit 28 Prozent nur noch knapp vor der SPD mit 27 Prozent, wie aus dem ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht.

Damit hat sich der Abstand im Vergleich zur Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom 13. September verringert - damals betrug der Unterschied zwischen den beiden Parteien noch 3 Prozentpunkte. Zwei Tage vor der Abstimmung an diesem Sonntag geht der Wahlkampf der meisten Parteien zu Ende. Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft den AfD-Landesverband als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein.

Die CDU steht in der neuen Umfrage bei 14 Prozent. Die Grünen kommen auf 4,5 Prozent, die Linke steht bei 4 Prozent, BVB/Freie Wähler erreichen 3,5 Prozent. Sie liegen damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Wegen einer Klausel ist es aber möglich, mit mindestens einem Direktmandat ins Parlament einzuziehen, auch wenn die Schwelle von fünf Prozent nicht erreicht wird.

Was wird aus Woidke?

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt aus dem Stand auf 13 Prozent. Allerdings wissen derzeit 27 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Für die repräsentative ZDF-Umfrage hat die Forschungsgruppe Wahlen am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche 1118 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt.

Die SPD hofft, dass sie in der Schlussphase des Wahlkampfes mit der Beliebtheit von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) punkten kann. Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, liegt Woidke mit 59 Prozent in der neuen ZDF-Umfrage weit vor dem AfD-Spitzenkandidaten Hans-Christoph Berndt mit 16 Prozent.

Woidke regiert derzeit mit einer Koalition aus SPD, CDU und Grünen. Sollte die AfD auf Platz eins landen, will Woidke auf sein Amt verzichten.

Woidke, Gysi und Baerbock

Nach den Zahlen der neuen Umfrage würde es für eine Regierung aus SPD und CDU knapp nicht reichen. Dann könnte das BSW als Koalitionspartner ins Spiel kommen. Reichen würde es den Angaben nach für eine Koalition aus AfD und SPD oder knapp für eine Regierung aus AfD und CDU.

Lesen Sie auch

Beides gilt aber als ausgeschlossen, da SPD und CDU nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen. Sollte eine der kleinen Parteien nach der Wahl in den Landtag einziehen, ergäben sich noch andere Koalitionsmöglichkeiten.

Heute lädt die SPD in Oranienburg zu ihrem Wahlkampfabschluss mit Woidke. Die Linke kämpft mit Ex-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi und Spitzenkandidat Sebastian Walter in Eberswalde um den Wiedereinzug ins Parlament. Die Grünen-Spitzenkandidaten Antje Töpfer und Benjamin Raschke werben in Potsdam mit Außenministerin Annalena Baerbock dafür, dass sie wieder im Landtag vertreten sind.

Höcke als Gast

Die CDU beschließt den Wahlkampf am Samstag mit Bundesparteichef Friedrich Merz in Potsdam. Die AfD beendete ihren Wahlkampf offiziell am Donnerstag in Cottbus mit dem Landesvorsitzenden des laut Verfassungsschutz rechtsextremistischen Landesverbands in Thüringen, Björn Höcke, als Gast, die FDP in Potsdam mit Parteichef Christian Lindner.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hatte ihren Abschluss bereits am Mittwoch in Potsdam im Beisein der Parteigründerin und Namensgeberin.

Auch Berliner Parteizentralen schauen gespannt auf Wahlausgang
Der Wahlausgang in Brandenburg ist auch aus bundespolitischer Sicht spannend. Die Fliehkräfte in der Ampel-Koalition könnten noch größer werden, wenn die Partner ein Jahr vor der Bundestagswahl ihre eigenen Profile schärfen wollen.

Wahljahr endet

Auch eine Debatte, ob Kanzler Scholz die SPD in die Bundestagswahl führen soll, könnte Fahrt aufnehmen. Die Union hat dagegen ihre K-Frage bereits zugunsten von CDU-Chef Friedrich Merz geklärt. Die getrennte Zustimmung der Unionsgremien am Tag nach der Brandenburg-Wahl gilt als Formsache.

Mit der Brandenburg-Wahl endet auch das Wahljahr in Deutschland. Nach der Teilwiederholung der Bundestagswahl in Berlin im Februar und der Europawahl am 9. Juni folgten am 1. September die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen.

Im kommenden Jahr steht mit Hamburg am 2. März nur eine Landtags-, bzw. Bürgerschaftswahl an. Danach richten sich alle Blicke auf die Bundestagswahl am 28. September. dpa/ja

Adam Edelman (rechts) und Menachem Chen fuhren im Zweierbob-Wettkampf am Montag, dem 16. Februar 2026, bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo für Israel.

Olympische Winterspiele

Schweizer Kommentator spricht über Gaza statt über Israels Zweierbob

Während der Abfahrt des israelischen Zweierbob-Teams in Mailand-Cortina scheut sich ein Westschweizer Sportkommentator nicht, den israelischen Sportler Adam Edelman als Zionisten zu bezeichnen

von Nicole Dreyfus  17.02.2026

Debatte

UN-Experten rügen Umgang mit Epstein-Akten

Der Fall Epstein setzt US-Behörden unter Druck: Teils wurden Namen von Opfern veröffentlicht, teils Ermittlungen unterlassen. Aus Sicht von UN-Sachverständigen steht die Glaubwürdigkeit von Regierungen auf dem Spiel

 16.02.2026

Karneval

Gegen Judenhass in de Bütt gestiegen - diesen Redner muss man lieben

Bei der Mainzer Fastnacht hält »Till« eine bemerkenswerte Rede über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Eine Wohltat für den sonst so schrecklich unpolitischen Karneval

von Martin Krauß  16.02.2026

Erfurt

Scharfe Kritik an Termin für AfD-Parteitag in Erfurt

Die AfD will ihren Bundesparteitag im Juli in Erfurt abhalten. Die Wahl des Termins ruft Kritiker auf den Plan. Genau 100 Jahre zuvor fand in Weimar ein NSDAP-Parteitag statt

 16.02.2026

Nahost

Analyse: Iran repariert Raketenanlagen schneller als Nuklearzentren

Während mehrere beschädigte Raketenstandorte offenbar zügig instand gesetzt wurden, kommen die Arbeiten an zentralen Nuklearanlagen deutlich langsamer voran

 16.02.2026

Paris

Epstein-Affäre: Durchsuchung nach Ermittlung gegen Jack Lang

Es geht um Verdacht auf Geldwäsche und Steuerbetrug. Wie tief ist Frankreichs Kultur-Ikone verstrickt?

 16.02.2026

Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Vergangenes Jahr hatte der kroatische Sänger Thompson mit einem Megakonzert in Zagreb einen Zuschauerrekord gebrochen. Bekannt ist er für rechtsnationalistische Auftritte. Jetzt provoziert er erneut

von Markus Schönherr  16.02.2026

Madrid

Museum wirft israelische Besucherinnen raus

Drei ältere Touristinnen werden von Besuchern bepöbelt, weil sie Davidsterne und eine israelische Fahne tragen. Doch statt ihnen zu helfen, setzt das Museum sie vor die Tür

 16.02.2026

Diskussionsveranstaltung

Francesca Albanese soll in Berlin auftreten, Absage gefordert

Es könne nicht sein, dass die Senatsverwaltung für Kultur durch die Förderung des Veranstaltungsortes ermögliche, dass antisemitische Veranstaltungen durch Steuergelder finanziert würden, so die Organisation »Gegen jeden Antisemitismus«

von Imanuel Marcus  16.02.2026