Kindertransporte

Überlebende erhalten Entschädigung

Mahnmal in Berlin zur Erinnerung an die Kindertransporte Foto: imago

Kindertransporte

Überlebende erhalten Entschädigung

Jewish Claims Conference und Bundesregierung verständigen sich auf Entschädigungszahlungen

 17.12.2018 17:34 Uhr

80 Jahre nach den Transporten jüdischer Kinder aus Nazi-Deutschland ins britische Exil können Überlebende jetzt Entschädigungszahlungen erhalten. Darauf habe sich die Jewish Claims Conference mit der Bundesregierung verständigt, teilte der jüdische Verband am Montag in Berlin mit. Der Präsident der Claims Conference, Julius Berman, sprach von einer »historischen Ankündigung«.

Nach der Pogromnacht im November 1938 hatte das britische Parlament beschlossen, unbegleitete jüdische Kinder einreisen zu lassen, um sie vor der NS-Verfolgung in Sicherheit zu bringen.

SCHICKSALE Daraufhin wurden bis zum Kriegsausbruch 1939 aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei mehr als 10.000 Mädchen und Jungen ohne ihre Eltern nach Großbritannien gebracht, wo sie in Gastfamilien unterkamen. Jüdische Organisationen unterstützten die sogenannten Kindertransporte. In fast allen Fällen sahen die Kinder ihre Eltern nie wieder.

»Niemand kann sich den Schmerz auf den Bahnsteigen vorstellen, als die Kindertransporte begannen, und die außergewöhnlichen Schritte, die diese Eltern unternommen haben, um das Leben ihrer Kinder zu retten«, sagte der Vizepräsident der Claims Conference, Greg Schneider. Mit der jetzigen Vereinbarung sei eine schmerzliche Lücke der Entschädigungsregelungen geschlossen worden.

Die 1951 gegründete Claims Conference vertritt die jüdische Gemeinschaft bei Verhandlungen zur Entschädigung von NS-Opfern. Dem internationalen Dachverband gehört auch der Zentralrat der Juden in Deutschland an. Unter anderem verhandelt die Claims Conference in jährlichen Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium über die Höhe monatlicher Beihilfen für jüdische NS-Verfolgte.  epd

Transportbetonwerk der Firma Heidelberg Materials in München (Symbolbild)

Hessen

Brandanschlag aus Israel-Hass?

Bei einer Betonfirma entstand durch das Feuer ein Sachschaden in Höhe von etwa 800.000 Euro. Nun tauchte ein Bekennerschreiben auf, das die Tat mit der Politik Israels begründet

 03.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Offene Ohren

Was passiert, wenn 100 Berliner Israelis 45 Minuten haben, um einem Landespolitiker Fragen zu stellen? Etwas anderes, als Sie denken

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Medien

Wie »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt umdeutet

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026

Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

Interview

Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«

Soziales Verhalten wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend durch psychologische Kategorien beschrieben, beobachtet der Sprachforscher Henning Lobin. Er hat sich mit der Sprachpolitik der AfD befasst

von Christine Süß-Demuth  03.09.2026

Frankfurt am Main/Magdeburg

Kann die AfD Staatsverträge zu Medienthemen kündigen?

Die AfD will bei einem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt aus Staatsverträgen aussteigen, die Medienthemen regeln. Dabei müsste die neue Landesregierung jedoch zahlreiche Anforderungen beachten

 03.09.2026

Wahlen

Wie antisemitisch ist die AfD?

Die rechtsextreme Partei inszeniert sich gern als Vorkämpferin gegen Judenhass und für Israel. Ein Faktencheck

von Stefan Dietl  03.09.2026

Landtagswahlen

Zünglein an der Waage?

Das »Bündnis Sahra Wagenknecht« (BSW) könnte besonders in Sachsen-Anhalt wichtig werden

von Ralf Fischer  03.09.2026