Genf

Türk verurteilt US-Sanktionen gegen Albanese

Francesca Albanese Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP

Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Volker Türk, hat von den USA die sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen die UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, verlangt.

Selbst bei heftigen Meinungsverschiedenheiten sollten Mitgliedstaaten sich sachlich und konstruktiv engagieren, statt zu Strafmaßnahmen zu greifen, betonte Türk am Donnerstag in Genf. »Angriffe und Drohungen gegen Sonderbeauftragte sowie gegen Schlüsselinstitutionen wie den Internationalen Strafgerichtshof müssen aufhören.«

Die Sonderberichterstatter befassten sich »naturgemäß mit sensiblen und oft kontroversen Themen«, erklärte der Österreicher. Es müsse nicht weniger, sondern mehr Debatten und Dialog über die betreffenden Menschenrechtsprobleme geben.Vorwurf einer Kampagne

Am Mittwoch hatte die US-Regierung Albanese als Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den besetzten Palästinensergebieten mit Sanktionen belegt.

Rubio: »Kampagne gegen die USA«

Außenminister Marco Rubio warf der italienischen Rechtsanwältin vor, Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs gegen US-amerikanische und israelische Beamte und Unternehmen in Gang bringen zu wollen. Rubio schrieb auf der Plattform X von einer »Kampagne politischer und wirtschaftlicher Kriegsführung«. Worin die Strafmaßnahmen bestehen, war nicht klar.

Lesen Sie auch

Albanese hatte ihrerseits Unternehmen beschuldigt, im Gazastreifen und im Westjordanland ein »System der ausbeuterischen Besatzung« und eine »Wirtschaft des Genozids« zu betreiben. In einem Bericht prangerte sie 48 Unternehmen, Lizenznehmer und Konsortien an, darunter die US-Firmen Microsoft und Booking.com.

Albanese hat in der Vergangenheit immer wieder mit antisemitischen und israelfeindlichen Statements von sich reden gemacht. Auch europäische Regierungen hatten sich von ihr distanziert.

Die Sonderberichterstatter des Menschenrechtsrates sind keine UN-Mitarbeiter im eigentlichen Sinn und beziehen kein Gehalt, sondern gelten als unabhängige Experten. Albaneses Amtszeit wurde im April stillschweigend um drei Jahre verlängert. dpa/ja

Interview

»Als Nichtjude etwas beitragen«

Michael Roth (SPD) über einen Pin gegen Antisemitismus, hasserfüllte Kommentare und Rückhalt

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026