Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden war, ist von US-Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. »Wir haben ihn«, schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben.

Der Soldat sei verletzt, befinde sich jetzt aber in Sicherheit. Es werde ihm gut gehen, schrieb Trump. Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war laut übereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden. Auch dessen Rettung bestätigte Trump nun offiziell.

Die Aktion für das zweite Besatzungsmitglied folgte einem zweitägigen »Wettlauf auf Leben und Tod« zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, um den verletzten Luftwaffenangehörigen zu erreichen, zitierte die »New York Times« US-Beamte. Der US-Soldat sei von »unseren Feinden gejagt worden«, sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung »tief in feindliches Gebiet« vorgerückt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert.»

«Heftige Feuergefechte» bei Rettungsaktion

Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schließlich zu einem «heftigen Feuergefecht» kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut «New York Times» den verletzten Offizier begleitet von Hunderten Spezialeinsatzkräften bergen. Er sei «nie wirklich allein» gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen «rund um die Uhr» überwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der Präsident weiter. 

Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der «New York Times» zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hätten die beiden zurückgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.

Iran lobte Prämie für US-Soldaten aus

Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hätten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das «Wall Street Journal». Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschießen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern ähnelten, hieß es.

Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.

Trump: Wir haben die Lufthoheit im Iran 

Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt. «Trump sagte, der Iran sei »vernichtet« worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen», schrieb der US-Fernsehsender NBC. 

Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb der US-Präsident, man wieder niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen. Dass der Rettungseinsatz durchgeführt werden konnte, ohne dass ein Amerikaner getötet oder verwundet wurde, beweise «einmal mehr, dass wir die überwältigende Lufthoheit über den iranischen Luftraum erlangt haben».

Trump erneuert Drohung

Zuvor hatte Trump droht dem Iran erneut mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus beugen. «Die Zeit läuft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht», schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfüllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die Straße von Hormus öffne.

Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollständig und «ohne Drohungen» für den Schiffsverkehr öffnen. Sein Ultimatum dafür verschob er vergangene Woche noch einmal. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte er unter Verweis auf «sehr gute» Gespräche an. 

Derweil setzte der Iran auch fünf Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe seine Gegenschläge gegen Israel sowie gegen Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, fort. Laut dem Energieministerium in Kuwait wurden zwei Strom- und Entsalzungsanlagen durch iranische Drohnen erheblich beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es. 

Beim Einschlag einer weiteren Drohne in einem Gebäude des Finanzministeriums sei ebenfalls erheblicher Sachschaden entstanden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna unter Berufung auf das Ministerium. Verletzte habe es auch dort nicht gegeben, hieß es. Nach Angaben des Informationsministeriums traf eine Drohne zudem eine Anlage des Ölkonzerns Kuwait Petroleum Corporation. Auch dabei habe es keine Verletzten gegeben.

Auch Israel geriet in der Nacht erneut unter Beschuss durch iranische Raketen, die Luftabwehr war wieder im Einsatz. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Am Samstag waren in Vororten von Tel Aviv Wohnhäuser Medienberichten zufolge bei Raketenbeschuss stark beschädigt worden. Vier Menschen wurden verletzt. Zugleich sei eine Drohne der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen abgefangen worden.

Derweil teilte Israels Armee am Morgen mit, dass die Luftwaffe in den vergangenen 24 Stunden mehre als 120 Luftverteidigungs- und Raketensysteme im Zentrum und Westens des Irans angegriffen habe.

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