Entschädigung

Traumata anerkennen

Von einem »Meilenstein« spricht Julius Berman. Der Präsident der Claims Conference meint damit den Umstand, dass die ersten Zahlungen des »Child Survivor Fund« an jüdische Kinderüberlebende der Schoa auf den Weg gebracht werden konnten. Die Claims Conference hatte 2014 eine entsprechende Vereinbarung mit der Bundesregierung getroffen.

Aus Sicht der Claims Conference, die seit ihrer Gründung 1951 die Interessen jüdischer NS-Opfer vertritt, ist dies eine symbolische Entschädigungszahlung an Menschen, die als Kinder die Schoa überlebt haben. Bei ihnen geht es vor allem darum, dass die Traumata, die sie erlitten haben, anerkannt werden.

empfänger Der Fonds ist mit circa 170 Millionen Euro ausgestattet. Einmalzahlungen in Höhe von 2500 Euro gehen zunächst an 21.600 Schoa-Überlebende in 49 Ländern. Rund 850 der Zahlungsempfänger leben in der Bundesrepublik.

»Die Kinder mussten die traumatische Trennung von den Eltern erleiden, mussten unvorstellbare Grausamkeiten mit ansehen, litten an Unterernährung und Hunger und erlebten anderweitige Verfolgung, die ihre Kindheit zerstörte«, sagte Julius Berman. Viele Symptome träten erst im fortgeschrittenen Alter zutage.

»Das besondere Leiden der jüdischen Kinderüberlebenden hat über Jahrzehnte keine Anerkennung erfahren«, sagte Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland. »Das wird durch die überfällige symbolische Zahlung jetzt 70 Jahre nach Kriegsende korrigiert.«

berechtigte Anspruch auf Zahlungen aus dem Child Survivor Fund haben Überlebende, die im Jahr 1928 oder später geboren wurden und die als Juden in einem KZ, einem Ghetto oder etwas Vergleichbarem inhaftiert waren, oder die im Versteck, unter falscher Identität oder in der Illegalität für mindestens sechs Monate auf von Nazi-Deutschland oder den Achsenmächten besetztem Gebiet überlebt haben.

Die Claims Conference hat sich per Post an Überlebende in 81 Ländern und Regionen gewandt, bei denen sie davon ausgeht, dass sie für diesen Fonds berechtigt sein könnten. Wer kein Antragsformular erhalten hat, aber einen Antrag stellen möchte, kann sich auf der deutschsprachigen Website der Claims Conference informieren: www.claimscon.de.

Handelte es sich beim Nationalsozialismus um eine linke Ideologie?

Ein Faktencheck

 23.10.2026

Justiz

Ermittler: Ahmetovic kooperierte nicht bei Durchsuchungen

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt im Zusammenhang mit der Ausschreibung eines früheren Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover gegen den SPD-Politiker

 23.10.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt rot-grün-rote Koalition ab

Linke, SPD und Grüne verhandeln derzeit über eine gemeinsame Landesregierung. Eine solche Koalition stößt auf Skepsis - auch unter Anhängern von SPD und Grünen

 23.10.2026

Warschau

Polen rügt Ehrung für ukrainische Nationalisten in Lwiw

Erst ein Ehrentitel für eine ukrainische Einheit, nun ein Gedenkjahr für nationalistische Untergrundkämpfer: Der Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine flammt erneut auf

 23.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 23.10.2026

München

Aigners Befund zu Judenhass: »Das ›Nie wieder!‹ ist tot«

Die bayerische Landtagspräsidentin gibt eine schonungslose Analyse zum Antisemitismus in Deutschland. Doch sie sieht auch hoffnungsvolle Ansätze, um gegenzusteuern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor rot-grün-roter Koalition

Schuster: »Im Kampf gegen Judenhass ist dieses Schauspiel ein echter Offenbarungseid«

 22.10.2026 Aktualisiert