Meinung

Trau, schau, wem

Seit Jahren kommt es in niederländischen Großstädten immer wieder zu Angriffen marokkanischer Migranten auf Juden. In Amsterdam wird damit bald Schluss sein. Denn der dortige Bürgermeister begeistert sich für die Idee eines sozialdemokratischen Parlamentariers. Der schlug vergangene Woche eine Methode vor, um gewaltbereite Antisemiten aufzuspüren und zu verhaften: Zivilbeamte sollen – als ultraorthodoxe Juden verkleidet – in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil auf Streife gehen. Die Amsterdamer Polizei wendet die Methode bereits bei der Bekämpfung von Überfällen auf Alte und Schwule an. Wer also demnächst in Amsterdam Charedim begegnet, sollte sich nicht wundern, wenn sie an der nächsten Ecke ihre Schinkenbrote auspacken. Labile Menschen allerdings wird das Projekt sehr verunsichern. Denn häufig stellen sie sich die Frage nach der Authentizität des Gegenübers: Falsche Juden, junge Greise, unechte Schwule – wem ist überhaupt noch trauen? Doch ruhig Blut! Kriminell wird’s erst, wenn die Räuber anfangen, sich als Polizisten zu verkleiden.

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Terrorismus

Irans neue Front

Die Auftraggeber der aktuellen Anschlagsserie auf jüdische und amerikanische Einrichtungen in Europa sitzen offenbar in Teheran

von Michael Thaidigsman  29.04.2026

Debatte

Verfassungsschutz-Chef: Nicht jede radikale Kunst ist extremistisch

Seit dem Ausschluss dreier Buchläden für den Buchhandlungspreis wird über die Rolle des Verfassungsschutzes in der Kultur diskutiert. Der Thüringer Verfassungsschützer Kramer sieht den Schutz der Kunstfreiheit als Aufgabe

 29.04.2026

Debatte

Prien: Zu viele Mittel sind in die Förderung von linken Projekten geflossen

Mit ihrer Ankündigung, das Programm »Demokratie leben« zu reformieren, hat Ministerin Prien für viel Verunsicherung gesorgt. Überrascht hat sie das nicht. Ihr sei klar gewesen, damit »in ein Wespennest zu stechen«

 29.04.2026

Berlin

Jüdischer Verein meldet antisemitischen Angriff auf Mitarbeiter

Das Opfer entdeckt ein rotes Dreieck an der Klingelanlage seines Wohnhauses. Sein Klingelknopf ist ebenfalls rot markiert

 29.04.2026

Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Das Fahrzeug wurde mit Farbsprays besprüht. Außerdem klebten die Täter palästinensische Terrorsymbole auf den Bus

 29.04.2026

Potsdam

Andreas Büttner erschüttert über Ermittlungsergebnis

Bei dem Anschlag am frühen Morgen des 4. Januar wurde ein Nebengebäude auf dem Grundstück des Antisemitismusbeauftragten in Templin in Brand gesetzt

 29.04.2026

Jom Haazmaut

Leipzig feiert den 78. Unabhängigkeitstag Israels

Botschafter Ron Prosor spricht von »Optimismus, Lebensfreude und Tatendrang«

von Detlef David Kauschke  29.04.2026

Berlin

Finanzsenator übernimmt Amt von Sarah Wedl-Wilson

Stefan Evers soll die Leitung der Kulturverwaltung mit übernehmen - zumindest für die nächsten fünf Monate

 29.04.2026