Brüssel

Transatlantische Initiative fordert EU-Verbot der Hisbollah

Lukas Mandl, Außenpolitik- und Sicherheitssprecher der ÖVP im Europaparlament Foto: Privat

Eine transatlantische Initiative hat am Freitag die Europäische Union aufgefordert, die Hisbollah als terroristische Organisation einzustufen. Nach Angaben der »Transatlantic Friends of Israel« (TFI) – einem Projekt des American Jewish Committee (AJC) – wird das Anliegen von 230 Abgeordneten aus Europa, Nordamerika und Israel unterstützt.

Eine entsprechende Erklärung wurde heute vom TFI-Vorstand unter anderem an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den EU-Außenbeauftragten Josep Borrell sowie an die Regierungschefs und Außenminister aller EU-Mitgliedstaaten übergeben.  

BOTSCHAFT Der österreichische Europa-Abgeordnete und TFI-Vorsitzende Lukas Mandl (ÖVP) spricht von einer starken und nicht zu ignorierenden Botschaft.

Der Jüdischen Allgemeinen sagte er: »Die Hisbollah ist eine Terrororganisation. Sie ist der vielleicht brutalste und gefährlichste Akteur im Netzwerk des Iran, der die Zerstörung Israels anstrebt.« Die Hisbollah bedrohe den einzigen jüdischen Staat der Welt, der gleichzeitig die einzige Demokratie und der einzige Rechtsstaat in Nahost ist, so Mandl.

»Ich freue mich sehr, diese Initiative zu unterstützen, um einen EU-weiten Bann der Hisbollah zu erwirken.«

Nicola Beer (FDP), Vizepräsidentin des EU-Parlaments

»Allein das sollte der Europäischen Union Grund genug sein, konsequent die Hisbollah in ihrer Gesamtheit als Terrororganisation zu verbieten und mit allen Mitteln der Staatsgewalt gegen diese Terrororganisation vorzugehen«, betont der Politiker.  

TERROR Nicola Beer, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, unterstützt die Forderung nach einem europaweiten Hisbollah-Verbot. Der Jüdischen Allgemeinen sagte sie: »Diese Organisation ist in ihrer Gesamtheit gewalttätig, antisemitisch und eine Bedrohung für unsere europäischen demokratischen Werte. Deshalb stehe ich dafür ein, die Hisbollah als terroristische Organisation zu bezeichnen und sie endgültig zu verbieten.« Sie hoffe, dass die deutsche Präsidentschaft dies in den nächsten sechs Monaten vorantreiben wird.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zusammen mit Hunderten von Abgeordneten aus Europa, Nordamerika und Israel stehe sie gegen den tödlichen Antisemitismus der Hisbollah ein – »und an der Seite unseres Partners Israel«. 

Daniel Schwammenthal, Leiter des EU-Büros des American Jewish Comitee (AJC) und TFI-Generalsekretär, betont: »Europas Engagement für die Sicherheit Israels und die Bekämpfung des Antisemitismus ist hohl, wenn es einer zutiefst antisemitischen Organisation, die sich der Zerstörung des jüdischen Staates verschrieben hat, weiterhin ermöglicht, Europa als operatives Zentrum zu nutzen.« ddk

Washington D.C.

Trump ruft iranische Sicherheitskräfte zur Abkehr vom Regime auf

»Jetzt ist die Zeit gekommen, für das iranische Volk einzustehen und dabei zu helfen, euer Land zurückzuholen«, so der amerikanische Präsident

 06.03.2026

Krieg

Israelische Airlines starten Rückholflüge

Nach und nach sollen auch Flugpassagiere aus Israel starten dürfen. Die Lufthansa will derweil noch wochenlang abwarten

 06.03.2026

Kiew

Selenskyj: Haben wegen Irans Drohnen Hilfsanfrage der USA bekommen

Im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg erhielt die Ukraine Unterstützung von den USA. Im Krieg der USA mit dem Iran ist es nun umgekehrt

 06.03.2026

Nahost

Israel intensiviert Angriffe im Iran, mehr Attacken aus dem Libanon

Die Lage am Morgen im Überblick

 06.03.2026

Meinung

Knaulkorb für den Zentralrat

In einem »taz«-Kommentar von Susanne Knaul wird der Zentralrat der Juden und sein Präsident Josef Schuster aufgefordert, beim Thema Iran »einfach mal die Klappe« zu halten

von Michael Thaidigsmann  06.03.2026 Aktualisiert

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026