Meinung

Totale Info-Anarchie

Jetzt sind sie raus: Die Datensätze aus dem amerikanischen State Department, die die Enthüllungsplattform Wikileaks im vergangenen Jahr veröffentlicht hatte, finden sich in ihrer vollständigen Fassung im Internet – und auch das dazugehörige Passwort lässt sich mit einigem Geschick online herausfinden. Bei den Daten handelt es sich um Berichte von US-Botschaftern über die Lage in den Ländern, in denen sie jeweils Dienst tun.

anonymität Das Heikle: Es finden sich darin auch die Namen von Geheimdienstmitarbeitern unter anderem aus Iran, Afghanistan und Israel. Wikileaks-Gründer Julian Assange und die Zeitungen, denen er seine Informationen zukommen ließ, hatten seinerzeit deren Namen nicht veröffentlicht, um ihre Identität zu schützen.

Nun kann sie im Prinzip jeder einsehen – eine Gefahr nicht nur für die Geheimdiensttätigkeit der Betroffenen, sondern auch für deren Leben. Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg hatte seinerzeit den gesamten Datensatz an sich genommen, mit der Begründung, dass die Daten bei Wikileaks nicht sicher seien. Später gab er sie jedoch zurück und sieht sich nun in seinem Verdacht bestätigt. Wer die Datei letztlich online gestellt hat, ist noch unbekannt.

freiheit Sicher ist nur, dass diejenigen, die auf absolute Informationsfreiheit im Internet pochen und auf altmodische Konzepte wie Informantenschutz nichts geben, sich fragen müssen, wie viele Tote sie für die totale Info-Anarchie in Kauf zu nehmen bereit sind.

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Frankfurt am Main

Trotz Warnungen der jüdischen Gemeinde: Comedian tritt in Frankfurt auf

Trotz Forderungen aus der Stadtgesellschaft, den Auftritt abzusagen, bespielt der neurechte Satiriker Nikolai Binner am Freitag einen Saal in einer städtischen Liegenschaft

 05.11.2026

Nachruf

Trauer um Hubert Aiwanger

Der Freie-Wähler-Chef, bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel

von Frederick Mersi  04.11.2026

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026