Argentinien

Terroranschlag auf jüdisches Kulturzentrum: Iran als Urheber verurteilt

Rettungsmannschaften suchen nach dem Anschlag am 18. Juli 1994 nach Überlebenden. Foto: picture-alliance / dpa

Argentinien

Terroranschlag auf jüdisches Kulturzentrum: Iran als Urheber verurteilt

Die Attacke in Buenos Aires wird als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft

 12.04.2024 13:44 Uhr

Die argentinische Justiz hat den Terroranschlag auf das jüdische Kulturzentrum Amia 1994 in Buenos Aires als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft. Die Richter des Bundeskassationsgerichts verurteilten Iran als Urheber des Attentats, bei dem 85 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt wurden, wie es in der am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichen Entscheidung des Gerichts hieß.

Der Bombenanschlag war der schwerste in der Geschichte Argentiniens. Keiner der Täter wurde bestraft. Argentinien macht die proiranische Miliz Hisbollah für den Anschlag verantwortlich.

Mit dem Urteil der Richter besteht jetzt die Möglichkeit, den Iran formell zu verklagen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Gegen sieben Tatverdächtige liegt bereits ein internationaler Interpol-Haftbefehl vor, sie genießen aber Schutz in ihrem Heimatland. Der Iran weigert sich, mit der argentinischen Justiz zusammenzuarbeiten.

Nichts unternommen

Einer der zuständigen Richter, Carlos Mahiques, sagte in der Urteilsbegründung, es sei unentschuldbar, dass der Staat nichts unternommen habe, um die Aufklärung voranzutreiben und so die Straflosigkeit der Täter, Anstifter und Komplizen zu verhindern.

Argentiniens Staatspräsident Javier Milei begrüßte das Urteil. Den Opfern und ihren Familien widerfahre so Gerechtigkeit, auf die sie seit Jahrzehnten gewartet hätten. Milei machte die Regierung unter Cristina Kirchner (2007-2015) verantwortlich, durch eine Abmachung mit dem Iran, den Terroristen Straffreiheit garantiert zu haben. Die beiden Länder unterzeichneten 2013 ein Memorandum für eine Wahrheitskommission zum Anschlag. Doch das Gremium nahm seine Arbeit nie auf.

Angehörige der Opfer und Vertreter der jüdischen Gemeinde kämpfen seit Jahrzehnten für die Aufklärung des Anschlags auf das jüdische Kulturzentrum. In Argentinien leben etwa 150.000 Juden. Die jüdische Gemeinde in Buenos Aires gilt nach der in New York als zweitgrößte außerhalb Israels. epd

Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der die Vereinigten Staaten Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nehmen

 11.02.2026

Übersicht

Von Adel bis Politik: Das »Who is Who?« der Epstein-Akten

Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun

 11.02.2026

Diplomatie

Bericht: Felix Klein soll Botschafterposten bekommen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wird nach Informationen von »Table.Briefings« im Sommer die Leitung der Vertretung der Bundesrepublik bei der OECD in Paris übernehmen

 11.02.2026

Meinung

Sprachrohr der Hamas, Maulheldin der Vereinten Nationen

Wieder einmal macht Francesca Albanese mit ungeheuerlichen Äußerungen von sich reden. Doch Europas Politiker bleiben seltsam still

von Michael Thaidigsmann  11.02.2026

Nahost

Netanjahu mit Iran-Agenda in Washington – Gaza bleibt Streitpunkt

Der israelische Ministerpräsident will dem US-Präsidenten darlegen, welche Bedingungen aus seiner Sicht für ein Abkommen unverzichtbar sind, um Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten zu gewährleisten.

 11.02.2026

Paris

13-jähriger Jude mit Messer bedroht und beraubt

Die jugendlichen Angreifer beschimpften das Opfer als »schmutziger Jude« und sollen ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben

 11.02.2026

Sydney/Canberra

Herzog in Australien: »Habt keine Angst, steht mit Stolz zu eurem Judentum«

Herzog spricht von einer weltweiten Welle judenfeindlicher Stimmung, die auch Länder treffe, die lange als sicherer Zufluchtsort gegolten hätten

 11.02.2026

Besuch

Klöckner in Israel: »Komme als Freundin«

Julia Klöckner besucht erstmals als Bundestagspräsidentin Israel. Sie will auch kritische Themen ansprechen

 10.02.2026

Medienberichte

Lambsdorff soll Nachfolger von Seibert in Israel werden

In bedeutenden deutschen Auslandsvertretungen könnte es zu Wechseln an der Spitze kommen. Doch bei der offiziellen Bekanntgabe wird diplomatisch vorgegangen

 10.02.2026