Atom

Tausendundein Märchen

Am Wochenende gab es Kasperletheater in München. Spielort: die Sicherheitskonferenz. Zur Aufführung kam die Groteske »Der Iran strahlt«, ein echter Dauerbrenner. Haupt- und Selbstdarsteller in einer Person diesmal Teherans Chefdiplomat Mottaki. Im Publikum sogenannte Verteidigungsexperten und Außenpolitiker, unter ihnen auch Minister. In einer wichtigen Gastrolle ein Präsident namens Ahmadinedschad, mal orientalischer Märchenerzähler, mal böser Geist. Erster Akt: das Angebot, Szene 1-5 »Wir verhandeln über unser Atomprogramm«. Einstündiger Monolog Mottakis über hehre nukleare Absichten. Beifall und Da-capo-Rufe. Zweiter Akt: der Rückzieher, eine kurze Szene mit dem Zwischenrufer Ahmadinedschad, O-Ton »Wir verhandeln doch nicht, ätsch!«. Buhrufe, Unruhe im Saal, enttäuschte Gesichter. Vorhang. Nächste Vorstellungen gerne auf Anfrage des Westens, also jederzeit. Ja, es ging schon ziemlich skurril auf Münchens Weltbühne zu. Und einmal mehr ist klar geworden, wie einfältig die Staatengemeinschaft das Teheraner Polittheater bestaunt. Wenn das so weitergeht, kann ein atomar bewaffneter Iran nicht verhindert werden. Zum Lachen wird dann keinem mehr zumute sein. Außer den Mullahs. Die klopfen sich schon jetzt vor Schadenfreude auf die Schenkel.

Berlin

Jungpolitiker fordern entschlossenes Handeln gegen iranisches Regime

Mehrere Parteijugenden schließen sich der Forderung des Jungen Forum der DIG nach einem entschlossenen politischen Handeln der Bundesregierung und der EU an – mit dem Ziel eines Regimewechsels in Teheran

 16.01.2026

Israel

Sexuelle Bildmanipulationen: Sammelklage gegen Musks »Grok«

Die Klagewelle gegen die Unternehmen X und xAI erreicht nun auch Israel

 16.01.2026

Washington D.C.

Trump kündigt komplette Entwaffnung der Hamas an

»Jetzt ist der Moment«, so der amerikanische Präsident, »sie können es auf die einfache Art tun oder auf die harte«

 16.01.2026

Washington D.C.

»New York Times«: Netanjahu bremste US-Angriff auf Iran zunächst

Ein Militärschlag gegen das Teheraner Regime ist weiterhin möglich. Die Vereinigten Staaten verstärken ihre militärische Präsenz im Nahen Osten und verlegen eine US-Flugzeugträgerkampfgruppe in die Region

 16.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  15.01.2026

Selin Gören

Solidarität mit Israel ist links

Das Bekenntnis zum jüdischen Staat ist die Voraussetzung glaubwürdiger progressiver Politik. Doch in der Linkspartei werden Genossen für diese Haltung immer öfter angefeindet

von Selin Gören  15.01.2026

Debatte

Dobrindt will keinen Abschiebestopp für Iran verhängen

Menschenrechtler und Flüchtlingsorganisationen fordern einen Abschiebestopp für den Iran. Der Bundesinnenminister will einen solchen nicht bundesweit verhängen

 15.01.2026

Antisemitismus

Schriftstellerin Funk lebt lieber in Tel Aviv

Künstlerinnen und Künstler aus Israel klagen seit Langem über Schwierigkeiten in Deutschland

 15.01.2026

Washington D.C.

Trump will »schnellen und entschlossenen Schlag« gegen Iran

Der amerikanische Präsident will offenbar verhindern, dass die USA in einen langwierigen Krieg verwickelt werden, der sich über Wochen oder Monate hinziehen könnte

 15.01.2026