Atom

Tausendundein Märchen

Am Wochenende gab es Kasperletheater in München. Spielort: die Sicherheitskonferenz. Zur Aufführung kam die Groteske »Der Iran strahlt«, ein echter Dauerbrenner. Haupt- und Selbstdarsteller in einer Person diesmal Teherans Chefdiplomat Mottaki. Im Publikum sogenannte Verteidigungsexperten und Außenpolitiker, unter ihnen auch Minister. In einer wichtigen Gastrolle ein Präsident namens Ahmadinedschad, mal orientalischer Märchenerzähler, mal böser Geist. Erster Akt: das Angebot, Szene 1-5 »Wir verhandeln über unser Atomprogramm«. Einstündiger Monolog Mottakis über hehre nukleare Absichten. Beifall und Da-capo-Rufe. Zweiter Akt: der Rückzieher, eine kurze Szene mit dem Zwischenrufer Ahmadinedschad, O-Ton »Wir verhandeln doch nicht, ätsch!«. Buhrufe, Unruhe im Saal, enttäuschte Gesichter. Vorhang. Nächste Vorstellungen gerne auf Anfrage des Westens, also jederzeit. Ja, es ging schon ziemlich skurril auf Münchens Weltbühne zu. Und einmal mehr ist klar geworden, wie einfältig die Staatengemeinschaft das Teheraner Polittheater bestaunt. Wenn das so weitergeht, kann ein atomar bewaffneter Iran nicht verhindert werden. Zum Lachen wird dann keinem mehr zumute sein. Außer den Mullahs. Die klopfen sich schon jetzt vor Schadenfreude auf die Schenkel.

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

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Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Nach einer neuen Erklärung der Linken-Fraktion stoppten SPD und Grüne die laufenden Gespräche. Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr fordert: Linke muss sich erklären

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026

Ernennung

Zentralrat und Grüne loben neue Antisemitismusbeauftragte

Katharina von Schnurbein soll neue Antisemitismusbeauftragte des Bundes werden. Der Zentralrat der Juden reagiert sehr positiv

von Christoph Arens  14.10.2026

Berlin

Streit um Antisemitismus: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungsgespräche

Die Linke will eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt schmieden. Doch Grüne und SPD setzen erstmal ein Stoppschild. Auslöser ist der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus

 13.10.2026