Atom

Tausendundein Märchen

Am Wochenende gab es Kasperletheater in München. Spielort: die Sicherheitskonferenz. Zur Aufführung kam die Groteske »Der Iran strahlt«, ein echter Dauerbrenner. Haupt- und Selbstdarsteller in einer Person diesmal Teherans Chefdiplomat Mottaki. Im Publikum sogenannte Verteidigungsexperten und Außenpolitiker, unter ihnen auch Minister. In einer wichtigen Gastrolle ein Präsident namens Ahmadinedschad, mal orientalischer Märchenerzähler, mal böser Geist. Erster Akt: das Angebot, Szene 1-5 »Wir verhandeln über unser Atomprogramm«. Einstündiger Monolog Mottakis über hehre nukleare Absichten. Beifall und Da-capo-Rufe. Zweiter Akt: der Rückzieher, eine kurze Szene mit dem Zwischenrufer Ahmadinedschad, O-Ton »Wir verhandeln doch nicht, ätsch!«. Buhrufe, Unruhe im Saal, enttäuschte Gesichter. Vorhang. Nächste Vorstellungen gerne auf Anfrage des Westens, also jederzeit. Ja, es ging schon ziemlich skurril auf Münchens Weltbühne zu. Und einmal mehr ist klar geworden, wie einfältig die Staatengemeinschaft das Teheraner Polittheater bestaunt. Wenn das so weitergeht, kann ein atomar bewaffneter Iran nicht verhindert werden. Zum Lachen wird dann keinem mehr zumute sein. Außer den Mullahs. Die klopfen sich schon jetzt vor Schadenfreude auf die Schenkel.

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026

Moskau

In Putins Falle: US-Reporter Evan Gershkovich erzählt seine Story

Vor gut zwei Jahren kam der als »Spion« gefasste jüdische US-Journalist bei einem großen Gefangenen-Austausch frei. Nun erzählt er in einem Buch, wie er Putins Agenten in die Falle ging

von Ulf Mauder  30.09.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Berlin

Linke geht rechtlich gegen weitere Politiker vor

Die Berliner Linkspartei sieht sich nach der gewonnenen Wahl mit Vorwürfen des Antisemitismus und der Nähe zu kriminellen Clans konfrontiert. Sie wehrt sich politisch - und auch juristisch

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Luftfahrt

Passagierflugzeug setzt auf Weg nach Tel Aviv Notrufsignal ab: Was geschah an Bord?

Der Notfallcode »7500« wurde registriert, der auch bei Flugzeugentführungen gesendet wird. Der Vorfall löste einen israelischen Abfangalarm aus

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Antisemitische Vorfälle mit islamistischem Hintergrund oft mit Gewalt

Eine neue Analyse von RIAS zeichnet ein alarmierendes Bild

 30.09.2026