Düsseldorf

Studentenparlament fordert Boykott israelischer Hochschulen

Die Düsseldorfer Heinrich Heine Universität Foto: picture alliance/dpa

Das Studierendenparlament der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat einen Beschluss verabschiedet, der sich für einen akademischen Boykott israelischer Hochschulen ausspricht. Darüber berichtet die »Welt«. Demnach sollen bestehende Kooperationen mit israelischen Universitäten überprüft und gegebenenfalls beendet werden.

In dem Text wird israelischen Hochschulen vorgeworfen, den Krieg in Gaza zu unterstützen. Dieser wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas im Süden Israels begonnen.

Zudem wird eine angebliche »Komplizenschaft« durch wissenschaftliche Zusammenarbeit kritisiert. Der Antrag stammt aus dem Umfeld der antisemitischen BDS-Kampagne, die international zu Boykottmaßnahmen gegen Israel aufruft.

Kritik von jüdischen Studenten

Die Universität Düsseldorf unterhält verschiedene Kontakte zu israelischen Einrichtungen. Dazu zählen Austauschprogramme mit der Universität Tel Aviv sowie Kooperationen einzelner Fakultäten. Auch gemeinsame Forschungsprojekte mit internationalen Partnern, an denen israelische Institutionen beteiligt sind, wurden im Zusammenhang mit dem Beschluss genannt.

Lesen Sie auch

Nach Informationen der »Welt« stimmten elf der siebzehn Mitglieder des Studierendenparlaments für die Resolution. Unterstützung kam demnach unter anderem aus linken Hochschulgruppen.

Scharfen Widerspruch gibt es von jüdischen und konservativen Hochschulvertretern. Michael Ilyaev, Vorsitzender der Jüdischen Hochschulgruppe Düsseldorf, sagte der Publikation, Boykotte trennten Menschen voneinander und förderten »Hass und Unwissen«. Universitäten sollten stattdessen Orte des Austauschs und der Begegnung sein.

Auch Vertreter des Rings Christlich-Demokratischer Studenten wandten sich gegen den Beschluss. Ein Ausschluss von Forschern und Studenten allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer israelischen Hochschule sei nicht hinnehmbar.

Kritiker verlangen nun eine klare Positionierung des Rektorats. Die Universitätsleitung solle deutlich machen, dass politische Boykottaufrufe keinen Platz auf dem Campus hätten. im

Teheran

Irans neuer Oberster Führer erklärt USA zum Verlierer des Krieges

Der Oberste Führer wirft den Gegnern seines Landes vor, nach dem militärischen Konflikt nun auf psychologische Mittel zu setzen

 05.06.2026

Hamburg

Ex-Antisemitismusbeauftragter berät CDU

Stefan Hensel hatte sein Amt aus Protest gegen die Arbeit des rot-grünen Senats niedergelegt. Jetzt berät er die Opposition bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Antisemitismus

 05.06.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter legt Bericht vor

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner hat eine erste offizielle Bilanz seiner Arbeit angekündigt

 05.06.2026

Wahlen

Weimer: AfD wird »wie ein Soufflé« zusammenfallen

In Umfragen ist die AfD an den Regierungsparteien CDU und SPD vorbeigezogen. Doch der Kulturstaatsminister ist zuversichtlich, dass sich das Blatt bald wendet

 05.06.2026

Jerusalem

US-Botschaft warnt amerikanische Staatsbürger vor erhöhter Gefahr im Nahen Osten

Ist die neue Sicherheitswarnung ein Hinweis auf bevorstehende neue Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und atomare Anlagen?

 05.06.2026

Interview

»Wir wollen eine Gegenstimme zu israelfeindlichen Narrativen sein«

Anika Schmütz ist die neue Vorsitzende des »Jungen Forums« der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Ein Gespräch über das Israelbild unter jungen Deutschen, Antisemitismus in linken Milieus und die Freundschaft zwischen zwei Ländern

von Joshua Schultheis  05.06.2026

Washington D.C.

Trump will iranische Uranbestände nach Kriegsende holen

Zum wiederholten Mal äußert sich der US-Präsident hinsichtlich eines Abkommens mit Teheran optimistisch: Bereits in den kommenden Tagen könne eine vorläufige Einigung erzielt werden

 05.06.2026

Kommentar

Juden haben Hausverbot

Ausgerechnet in einem Prozess gegen einen Antisemiten würde einer Jüdin der Zutritt verwehrt, weil sie einen Davidstern um den Hals trug. Keine der Erklärungen für diesen Skandal ist beruhigend

von Wolf J. Reuter  05.06.2026

Meinung

Sicherheitsrat? Wichtiger ist, dass Deutschland Weltmeister wird!

Deutschland scheitert in New York mit seiner Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat - und die versammelte Schwarmintelligenz weiß auch warum. Spoiler-Alert: Es hat etwas mit Annalena Baerbock zu tun. Oder mit Israel

von Michael Thaidigsmann  04.06.2026