Brandenburg

Streit um Beauftragten gegen Antisemitismus

Foto: picture alliance / Zoonar

In Brandenburg gibt es einen Streit über die geplante Ernennung eines Antisemitismusbeauftragten. Nach Medienangaben beauftragte der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg mit seinen sechs Gemeinden den ehemaligen Verfassungsrichter Matthias Dombert, seine Forderungen als Anwalt zu vertreten.

Der Landesverband wolle eine Mitsprache bei der Einrichtung des neuen Amtes, bestätigte Dombert am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In einem Gesetzentwurf zur Bestellung des Antisemitismusbeauftragten ist bislang vorgesehen, dass es eine Wahl durch den Landtag auf Vorschlag der Fraktionen gibt. Damit unterscheidet sich Brandenburg von anderen Bundesländern, in denen Antisemitismusbeauftragte von den jeweiligen Landesregierungen ernannt werden. Laut Dombert soll nach dem Willen des Landesverbands auch eine Anhörung der »jüdischen Gruppen« im Gesetz verankert werden.

Wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Keller der KNA sagte, sollen die Gemeinden bei der Beratung über das Gesetz auf jeden Fall einbezogen werden: »Außerdem würde ich es begrüßen, wenn sie auch bei der konkreten Personalauswahl mitangehört werden.«

Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Petra Budke, betonte ebenfalls, dass die jüdischen Gemeinden zu dem Gesetzentwurf eine Bewertung abgeben sollen. Man müsse erwägen, ob das auch mit Blick auf die Person des Antisemitismusbeauftragten erfolgen könne.

Ein Sprecher des Zentralrats der Juden in Deutschland erklärte auf KNA-Anfrage, dass es sich bei diesem Thema um eine Angelegenheit des Landesverbands handle, zu der der Zentralrat keine Stellung nehme.

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026

Washington D.C.

US-Geheimdienste erwarten keine Kursänderung Teherans nach neuen Angriffen

Die neue Lageeinschätzung wurde der Regierung von Präsident Donald Trump bereits vorgelegt

 21.07.2026

Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

 21.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 21.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026