Bayern

Stand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft attackiert

Gerald Hetzel mit einer Mitstreiterin am Samstag auf dem Ludwigsplatz Foto: DIG Passau

In Passau wurde am Samstag ein Stand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) gleich dreimal angegriffen. Dabei wurde auch eine Israel-Fahne bespuckt.

Einige Mitglieder der DIG wollten auf dem zentralen Ludwigsplatz Interessierte über ihre Aktivitäten sowie über Israel und den Nahostkonflikt informieren. Das passte jedoch offenbar nicht allen Passanten.

ANGRIFF »Eine Gruppe junger Männer zwischen 18 und 25 Jahren kam von hinten angerannt und hat den Stand umgeschmissen«, beschreibt Gerald Hetzel, Gründer der DIG Passau, im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen den Vorfall. Die Angreifer seien unmittelbar danach weggerannt und hilfsbereite Passanten hätten dabei geholfen, den Stand wieder aufzubauen.

Nur 15 Minuten später ist die Gruppe wieder dagewesen und hat erneut randaliert.

Nur 15 Minuten später sei die Gruppe jedoch wieder dagewesen und habe erneut randaliert. Insgesamt dreimal habe sich der Angriff wiederholt. Dabei sei auch der Fahnenmast, an dem eine Israel-Fahne hing, umgeworfen worden. »Der Mast war sechs bis sieben Meter hoch und hätte leicht jemanden verletzen können«, sagt Hetzel. Außerdem hätten die Angreifer ostentativ auf die heruntergerissene Israel-Flagge gespuckt.

Auch Hetzel selbst wurde von der Gruppe hart angegangen. Er sei wüst beschimpft worden und einer der Angreifer habe ihn aufgefordert, mit ihm »in einen Hinterhof« zu kommen, um ihm zu zeigen »wo Palästina wirklich liegt«. Hetzel habe stattdessen ein Gespräch angeboten, das jedoch niemand aus der Gruppe angenommen habe.

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Der 25-jährige Jura-Student glaubt, dass diese Aktion nicht geplant gewesen ist, sondern die Gruppe zufällig an dem Stand vorbeikam. Der Anblick der Israel-Fahnen habe den Angreifern als Anlass für ihre Attacke ausgereicht, vermutet Hetzel. Die jungen Männer beschreibt er als »arabisch aussehend«; einer von ihnen habe ihm gegenüber gesagt, dass er ein Palästinenser sei.   

ErfahrungEN Für Hetzel ist das nicht der erste Angriff dieser Art, den er erlebt hat. Erst am vergangenen Freitag war er von mehreren Menschen bedrängt und beleidigt worden, weil er eine kleine Israel-Flagge an seinem Auto befestigt hatte. Außerdem gab es bei dem Info-Stand der DIG Passau im Vorjahr eine ähnliche Attacke wie nun am Samstag. Dabei wurde einem Mitstreiter Hetzels eine Israel-Fahne aus der Hand gerissen und geklaut.  

Er habe bereits damit gerechnet, dass es wieder zu Zwischenfällen kommen könnte, sagt Hetzel, der seit 2016 bei der DIG aktiv ist. »Leider ist das einfach die Erfahrung aus der Vergangenheit.« Es sei bisher immer zu Gewalt oder Beleidigungen gekommen, wenn er und seine Mitstreiter sich im öffentlichen Raum zu Israel bekannten.

»Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, einen Info-Stand zu Israel in der Innenstadt aufstellen zu können, ohne angegriffen zu werden«, meint Hetzel. Am Tag nach dem neuesten Vorfall habe er mit der Polizei von Passau telefoniert. Man wolle nun zusammenarbeiten, um die nächste Veranstaltung der DIG besser zu schützen. Für Hetzel steht fest: »Wir lassen uns nicht einschüchtern.«

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