Meinung

Spanische Verhältnisse

Mehr als 500 Jahre nach Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel hegt über ein Drittel der Spanier antisemitische Vorurteile. Das zeigt eine neue Umfrage der Regierung in Madrid. Als Grund dafür nennen die meisten Israels Politik. Jeder Neunte ist sogar der Meinung, der jüdische Staat habe gar keine Existenzberechtigung. Nur der Iran ist noch unbeliebter. Es wird Zeit, dass die spanische Politik mutig gegensteuert. Beide politischen Lager, Sozialisten und Konservative, haben Köpfe, die sich dem Trend zur Verteufelung Israels widersetzen: Außenminister Miguel Ángel Moratinos und der frühere Premier José María Aznar seien stellvertretend genannt. In den spanischen Medien, die sehr einseitig über den Nahostkonflikt berichten und Israel wenig Positives abgewinnen, ist die Lage dagegen eine völlig andere. Die Umfrageergebnisse sind daher keine Überraschung. Dabei sollte sich das ebenfalls vom Terrorismus heimgesuchte Spanien eigentlich als natürlicher Verbündeter Israels sehen. Aber uralte Vorurteile gegenüber den Juden zu pflegen, ist für viele wohl bequemer – leider kein Einzelfall in Europa.

Der Autor ist Vizepräsident und stellv. Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses.

Nahost

Staatschefs zum »Gaza-Friedensrat« eingeladen

Der »Friedensrat« ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza

 17.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  16.01.2026

Nahost

IDF reagieren auf Angriffe mit Gegenschlägen in Gaza

Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad wurden nach den Angriffen ins Visier genommen

 16.01.2026

New York

AJC: Demonstranten im Iran nicht im Stich lassen

Die internationale Gemeinschaft trage die Verantwortung, »in Solidarität mit dem iranischen Volk zu handeln«, so die jüdische Organisation

 16.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit Terror-Unterstützerin

Das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender und die WerteInitiative schließen sich der Forderung der CDU in NRW an

 16.01.2026

Moskau/Jerusalem

Putin spricht mit Netanjahu: Vermittlung zu Iran?

Russland will mitmischen: In Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten Israels und dem iranischen Präsidenten bietet sich Putin als Vermittler an. Was steckt hinter dem diplomatischen Vorstoß?

 16.01.2026

Berlin

Bündnis fordert von Bundesregierung: Protestierer im Iran unterstützen, Regime isolieren

Zu den Unterzeichnern einer entsprechenden Petition gehören auch Prominente wie die Schauspielerin Uschi Glas

von Imanuel Marcus  16.01.2026

Gastbeitrag

Wie Europas Parlamentarier über Israel denken

Der Blick europäischer Politiker auf Israel hat sich gewandelt, wie die jüngste ELNET-Befragung von europäischen Politikern zeigt

von Carsten Ovens  16.01.2026

Tel Aviv

Israelische Experten rechnen mit neuer Protestwelle im Iran

Tausende Tote, brutale Repression – doch israelische Experten sehen den Protestgeist im Iran nicht als gebrochen. Droht der Führung in Teheran ein neuer Schub zivilen Ungehorsams?

 16.01.2026