Meinung

Spanische Verhältnisse

Mehr als 500 Jahre nach Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel hegt über ein Drittel der Spanier antisemitische Vorurteile. Das zeigt eine neue Umfrage der Regierung in Madrid. Als Grund dafür nennen die meisten Israels Politik. Jeder Neunte ist sogar der Meinung, der jüdische Staat habe gar keine Existenzberechtigung. Nur der Iran ist noch unbeliebter. Es wird Zeit, dass die spanische Politik mutig gegensteuert. Beide politischen Lager, Sozialisten und Konservative, haben Köpfe, die sich dem Trend zur Verteufelung Israels widersetzen: Außenminister Miguel Ángel Moratinos und der frühere Premier José María Aznar seien stellvertretend genannt. In den spanischen Medien, die sehr einseitig über den Nahostkonflikt berichten und Israel wenig Positives abgewinnen, ist die Lage dagegen eine völlig andere. Die Umfrageergebnisse sind daher keine Überraschung. Dabei sollte sich das ebenfalls vom Terrorismus heimgesuchte Spanien eigentlich als natürlicher Verbündeter Israels sehen. Aber uralte Vorurteile gegenüber den Juden zu pflegen, ist für viele wohl bequemer – leider kein Einzelfall in Europa.

Der Autor ist Vizepräsident und stellv. Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses.

Washington D.C.

Mitglied im Aufsichtsrat des Holocaust-Museums: Bernie Sanders blieb Sitzungen 18 Jahre lang fern

Der Vorgang sorgt für scharfe Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Nun soll der jüdische Senator aus dem Gremium ausgeschlossen werden

 20.01.2026

Gedenktag

Weltweit noch 196.600 jüdische Holocaust-Überlebende

Am 27. Januar wird an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren erinnert. Dort und an vielen anderen Orten ermordeten die Nationalsozialisten Millionen Juden. Noch können Überlebende von dem Grauen berichten

 20.01.2026

27. Januar

»Man tut sich mit den toten Juden leichter als mit den lebenden«

Eva Umlauf aus München ist Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Auf eine bestimmte Art des Gedenkens an die Opfer der Schoah schaut sie kritisch - und sagt, was sie sich wünscht

von Leticia Witte  20.01.2026

Stuttgart

Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Spitze, Sender reagiert mit Programmänderung

Eva Umlauf bezeichnet den Umgang mit dem Film »Führer und Verführer« als »Skandal und Schande«. Programmdirektorin Christine Strobl reagiert

 20.01.2026

Iran

Im Schatten der Gewalt

Das Teheraner Regime hat die jüngste Protestwelle mit aller Härte niedergeschlagen. Doch hinter der erzwungenen Ruhe wächst der Druck

von Arne Bänsch  20.01.2026

Teheran

Iran setzt Demonstranten Ultimatum, Justiz droht mit Hinrichtungen

Polizeichef Ahmad-Reza Radan fordert Demonstranten auf, sich zu stellen. Zugleich heißt es, bestimmte Delikte könnten als »Verbrechen gegen Gott« gewertet werden. Darauf steht die Todesstrafe

 20.01.2026

Meinung

Einladung, Empörung, Ausladung

Dass der Iran am Weltwirtschaftsforum in Davos zunächst willkommen war und kurz darauf wieder ausgeladen wurde, ist ein Lehrstück darüber, wie Menschenrechte erst dann zählen, wenn sie zum Reputationsrisiko werden

von Nicole Dreyfus  19.01.2026

Warnung

Holocaust-Überlebende besorgt um Zukunft der Demokratie

Sieben Holocaust-Überlebende berichten in dem Buch »Nach der Nacht« über ihre Sorgen um die Demokratie und den Aufstieg rechter Parteien. Zu sehen sind Ausschnitte der Interviews auch im Nachtprogramm der ARD

 19.01.2026

Analyse

Mächtiger Nebenbuhler

Saudi-Arabien wird für die USA ein immer wichtigerer Partner in Nahost. Was bedeutet diese Entwicklung für Israel?

von Joshua Schultheis  19.01.2026