Meinung

Spanische Verhältnisse

Mehr als 500 Jahre nach Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel hegt über ein Drittel der Spanier antisemitische Vorurteile. Das zeigt eine neue Umfrage der Regierung in Madrid. Als Grund dafür nennen die meisten Israels Politik. Jeder Neunte ist sogar der Meinung, der jüdische Staat habe gar keine Existenzberechtigung. Nur der Iran ist noch unbeliebter. Es wird Zeit, dass die spanische Politik mutig gegensteuert. Beide politischen Lager, Sozialisten und Konservative, haben Köpfe, die sich dem Trend zur Verteufelung Israels widersetzen: Außenminister Miguel Ángel Moratinos und der frühere Premier José María Aznar seien stellvertretend genannt. In den spanischen Medien, die sehr einseitig über den Nahostkonflikt berichten und Israel wenig Positives abgewinnen, ist die Lage dagegen eine völlig andere. Die Umfrageergebnisse sind daher keine Überraschung. Dabei sollte sich das ebenfalls vom Terrorismus heimgesuchte Spanien eigentlich als natürlicher Verbündeter Israels sehen. Aber uralte Vorurteile gegenüber den Juden zu pflegen, ist für viele wohl bequemer – leider kein Einzelfall in Europa.

Der Autor ist Vizepräsident und stellv. Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses.

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime seine Exekutionskampagne vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026

Berlin

Früherer Verfassungsrichter gegen AfD-Verbotsverfahren

Die AfD könnte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt womöglich eine absolute Mehrheit erreichen. Hans-Jürgen Papier ist aber gegen ein Verbotsverfahren

 30.07.2026