Dresden

Sondersitzung zu Leipziger »Querdenken«-Demo

Der Sächsische Landtag in Dresden Foto: imago/Rainer Weisflog

Sachsens Polizeiführung wird am Donnerstag zur umstrittenen »Querdenken«-Demonstration in Leipzig am vergangenen Samstag befragt. Dazu haben der Innenausschuss und der Rechtsausschuss des Parlamentes zu einer Sondersitzung eingeladen.

Die Kundgebung von mehr als 20.000 Gegnern der Corona-Maßnahmen in Deutschland , darunter Rechtsextremisten und Hooligans, war völlig aus dem Ruder gelaufen. Die allermeisten Teilnehmer trugen keine Schutzmaske und hielten sich auch nicht an die Abstandsregeln. Zudem erzwangen sie einen Marsch in der Innenstadt – alles Dinge, die im krassen Widerspruch zur sächsischen Corona-Schutzverordnung stehen.

verwaltungsgericht Die Demonstration auf dem Augustusplatz im Herzen von Leipzig war in zweiter Instanz an dieser Stelle genehmigt worden. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Leipzig einer von der Stadt beantragten Verlegung auf einen Platz außerhalb des Zentrums zugestimmt. Doch die Richter des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen (OVG) entschieden in der Nacht vor der Kundgebung, für die bundesweit mobilisiert wurde, anders. Damit ernteten sie nicht nur von der Stadt Leipzig heftige Kritik. OVG-Präsident Erich Künzler wies unterdessen Spekulationen zurück, die Entscheidung zugunsten der »Querdenken« sei ideologisch motiviert gewesen. Grundsätzlich zeigte er aber auch Verständnis für Kritik.

Die Polizei musste sich rechtfertigen, dass sie die Einhaltung der Auflagen nicht durchsetzte. Selbst die CDU-Koalitionspartner Grüne und SPD gingen auf Distanz. Innenminister Roland Wöller (CDU) sah sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Er verteidigte - genau wie Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar - die Zurückhaltung der Polizei und begründete das mit der Verhältnismäßigkeit.

kreuzfeuer Aber auch die Teilnehmer der »Querdenken«-Demo, die damit gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland demonstrieren, gerieten ins Kreuzfeuer. »Rücksichtslosigkeit ist kein Freiheitsrecht«, stellte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier klar: »Wo einige Zehntausend Menschen die Auflagen missachten, die Regeln verspotten und weder auf Abstand achten noch Masken tragen, da werden Grenzen überschritten.«

Sachsen hatte nach dem Chaos in Leipzig die Regeln für Versammlungen verschärft. Die Zahl der Teilnehmer soll künftig auf 1000 begrenzt werden und nur im Ausnahmefall höher sein. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Schutzverordnung soll noch diese Woche erfolgen. Bei der Opposition im Landtag stieß das umgehend auf Ablehnung. Die Linken hielten der Regierung »puren Aktionismus« vor. Die AfD erwägt rechtliche Schritte gegen die Beschränkung. dpa

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026