Datenbank

Schwarze Liste

Sitzung des UN-Menschenrechtsrats Foto: dpa

Nach israelischer Auffassung hat der UN-Menschenrechtsrat (UNHCR) am vergangenen Donnerstag das Anlegen einer »schwarzen Liste« beschlossen. Es soll eine Datenbank aufgebaut werden, die alle Unternehmen auflistet, die Geschäfte mit so-genannten illegalen israelischen Siedlungen machen.

Initiiert wurde der Beschluss von der Palästinensischen Autonomiebehörde, Ägypten und Pakistan. Unterstützung fand er bei Ländern wie Bahrain, Venezuela oder Algerien. Dagegen wehrt sich vor allem Israel.

Druck Aus den USA und Großbritannien soll – erfolglos – auf die palästinensische Seite Druck ausgeübt worden sein, die Initiative könnte bestehende Hilfen für die Autonomiebehörde gefährden. Von anderen EU-Ländern, unter anderem Deutschland, wird berichtet, sie hätten sich lediglich besorgt gezeigt. Mit den Stimmen von 32 Ländern wurde die Resolution angenommen, 15 enthielten sich, Gegenstimmen gab es nicht.

Scharfe Kritik äußerte Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses. Die Entscheidung des UNHCR markiere »einen weiteren Tiefpunkt für dieses Gremium«. Das habe mit dem Auftrag, sicherzustellen, dass die Menschenrechte überall auf der Welt Beachtung finden, nichts mehr zu tun. Am schlimmsten aber, so Lauder, sei gewesen, »dass kein Mitgliedsland des Rates, auch nicht die westlichen Demokratien, den Mut hatte, dagegen zu stimmen«. Israels Premier Benjamin Netanjahu nannte den UNHCR einen »Anti-Israel-Zirkus«. UN-Botschafter Danny Danon sagte, das Gremium mache sich »zu einem Komplizen von BDS«, das sei »sowohl anti-israelisch als auch antisemitisch.«

Scharfe Kritik gibt es auch an der Entscheidung des UNHCR, den Kanadier Stanley Michael Lynk zum Sonderberichterstatter für die palästinensischen Gebiete zu ernennen. Dies sei ein Mann, der ständig versuche, »Israel zu verunglimpfen«, sagte Ronald S. Lauder. Lynk folgt dem Indonesier Makarim Wibisono, der auf sein Mandat verzichtete und Israel mangelnde Kooperationsbereitschaft vorwarf. ja

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026

Ernennung

Zentralrat und Grüne loben neue Antisemitismusbeauftragte

Katharina von Schnurbein soll neue Antisemitismusbeauftragte des Bundes werden. Der Zentralrat der Juden reagiert sehr positiv

von Christoph Arens  14.10.2026

Berlin

Streit um Antisemitismus: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungsgespräche

Die Linke will eine rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt schmieden. Doch Grüne und SPD setzen erstmal ein Stoppschild. Auslöser ist der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus

 13.10.2026

Kontinuität

Bundesratsinitiative für EU-Forschungskooperation mit Israel

Drei Bundesländer wollen die weitere Beteiligung Israels am EU-Forschungsrahmenprogramm sicherstellen. Dazu wird jetzt eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht

 13.10.2026

Kommentar

Der geplatzte Testballon von Halle

Die AfD wird weiterhin versuchen, sich als ganz normale Partei zu inszenieren, wenn es um jüdisches Leben geht. Ein Angriffsziel bleibt es trotzdem. Deswegen müssen wir achtsamer werden, wenn die Angriffe subtiler werden

von Igor Matviyets  13.10.2026

Sachsen-Anhalt

CDU-Fraktion will bei Ministerpräsidenten-Wahl den Saal verlassen

Kamen Stimmen für die Wahl des AfD-Landtagspräsidenten aus den Reihen der CDU? Für die nächste wichtige Wahl im Dezember will die Fraktion vorbauen und nimmt einen ungewöhnlichen Weg

 13.10.2026

120. Geburtstag

Philosoph Bormuth: Die Gedanken von Hannah Arendt geben Orientierung

Das Werk der Philosophin Hannah Arendt bietet nach Ansicht des Oldenburger Wissenschaftlers Matthias Bormuth Orientierung in polarisierten Zeiten. Ihr Plädoyer für eigenes Denken und streitbaren Austausch sei heute hochaktuell

 13.10.2026