Geschichte

Schoa-Überlebender zeigt sich erschüttert von Querdenkern

Guy Stern Foto: Judith Hyams

Der Holocaust-Überlebende Guy Stern (100) appelliert, die Errungenschaften der Demokratie nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. »Die Pandemie hat das gut vor Augen geführt«, sagte der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Allein das Tragen einer Maske sei in den USA nicht mehr in erster Linie ein Zeichen von geimpft oder nicht geimpft, sondern ein politisches Statement. »Die sogenannten Freiheitskämpfe von Querdenkern, in denen sogar völlig geschmacklos Parallelen zur Nazizeit gezogen werden, sind für mich erschütternd«, sagte der gebürtige Hildesheimer.

In seinen Vorträgen vor jungen Menschen appelliert der Professor, sich breit zu informieren, für sich selbst zu denken und sich nicht von sozialen Medien beeinflussen zu lassen. »Öfter das Gehirn als das Iphone anschalten«, rät Stern. »Eine Demokratie ist ein zartes Pflänzchen, das jederzeit eingehen kann, wenn es nicht genügend gehegt wird.« 

Stern hatte 1937 als 15-Jähriger allein zu einem Onkel in die USA flüchten können. Seine Eltern und jüngeren Geschwister gehören zu den knapp sechs Millionen von den Nationalsozialisten getöteten Juden. An diesem Dienstag (22.2.) werden in Hildesheim 30 weitere Stolpersteine für NS-Opfer verlegt, unter anderem auch für Sterns Familie.

Dies sei eine »schöne Geste«, sagte der 100-Jährige. »Natürlich wäre mir am liebsten, sie wären gar nicht nötig, weil der Holocaust nie stattgefunden hätte.« Er frage sich manchmal, ob die Stolpersteine noch zum Nachdenken anregten oder schon zum Straßenbild gehörten wie Laternen oder Briefkästen. dpa

Berlin

Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026

Regierungsbildung

Zwei Showdowns bei der Linken: Wie weiter mit Rot-Grün-Rot?

Der Streit um eine israelfeindliche Linke-Abgeordnete belastet die Berliner Regierungsbildung. Zugleich muss die Linke über Koalitionsverhandlungen entscheiden – wie hängen die Termine zusammen?

 25.10.2026