Meinung

Saudische Waffenbrüder

Bei Geld hört die Freundschaft ja bekanntlich auf. Vor allem, wenn es um 60 Milliarden Dollar geht. So viel will das saudische Königshaus in den kommenden Jahren für Waffen ausgeben – zur großen Freude der amerikanischen Militärindustrie. Die soll unter anderem mehr als 80 neue F-15-Kampfjets und 178 Hubschrauber liefern. Es bedarf allerdings noch der Zustimmung des Kongresses. Doch die gilt als ausgemacht. Schließlich geht es um richtig viel Zaster und Zehntausende Jobs, die dem schwächelnden US-Arbeitsmarkt ein wenig auf die Beine helfen könnten. Unter dieser Last wirtschaftlicher Tatsachen werden Zweifel rasch beiseitegekehrt. Selbst die eines so engen Verbündeten wie Israel. Jerusalem führt Sicherheitsbedenken gegen das Geschäft ins Feld. Schließlich werde mit diesem Mega-Deal ein erklärter Gegner des jüdischen Staates hochgerüstet. Das stimmt zwar, dient aber in diesem Fall höheren außenpolitischen Interessen: Irans Atomwaffen- und Hegemoniestreben soll Einhalt geboten werden. Da schadet es nicht, mit Saudi-Arabien einen Rivalen Teherans um die Vormachtstellung in der islamischen Welt aufzupäppeln. Daran sollte – allen berechtigen Vorbehalten zum Trotz – sogar Israel viel gelegen sein. Frei nach dem Motto: Deine Feinde sind auch meine Feinde. Und wenn das etwas kostet, sei’s drum. Vielleicht fängt bei Geld die Freundschaft ja erst richtig an.

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Zweite Anklage wegen Mordversuchs am Holocaust-Mahnmal

Khalaf A. habe mit dem bereits im März wegen des Mordversuchs verurteilten Wassim Al M. in Kontakt gestanden und diesen ermutigt, sein Vorhaben umzusetzen, hieß es

 09.09.2026

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Iran

Kamran Hekmati in Teheran aus dem Gefängnis entlassen

Der 71-jährige iranisch-amerikanische Jude kommt nach einjähriger Haft wegen einer Reise nach Israel frei, darf das Land aber weiterhin nicht verlassen

 09.09.2026

Bundestag

Merz wirft AfD Pläne für »ethnische Säuberungen« vor

Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gibt sich Bundeskanzler Merz kämpferisch gegenüber der Partei. Bei der Generaldebatte im Bundestag wirft er ihr vor, mit ihren migrationspolitischen Positionen das Land zu spalten

 09.09.2026

Fußball

»Für Juden spielen wir nicht«

Beim Oberliga-Verein Tennis Borussia Berlin soll es zu antisemitischen Anfeindungen gegen den jüdischen Vorstandsvorsitzenden Ariel Gala gekommen sein – aus der eigenen Jugendabteilung

 09.09.2026

Max Privorozki

»Ich werde Halle nicht verlassen, solange wir in einer freien Gesellschaft leben«

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk spricht der Gemeindevorsitzende über Wahlergebnisse, Prognosen und die Aufgabe der Gesellschaft

 09.09.2026