Trotz Verbot

Samidoun-Website noch immer online

Am 2. November verbot Bundesinnenministerin Nancy Faeser Samidoun Foto: picture alliance/dpa

Seit dem 2. November ist die Terror-Vorfeldorganisation in Samidoun in Deutschland verboten. Doch die Webseite des Vereins ist noch immer online, registriert von einer deutschen Firma. Das zeigen Recherchen des Bayrischen Rundfunks.

Samidoun gilt seit Jahren als Vorfeldorganisation der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), einer Terrorganisation, die seit 1967 Anschläge auf Israelis verübt. Samidoun inszenierte sich als Solidaritätsorganisation für palästinensische Gefangene, in Deutschland organisiert sie aber vor allem israelfeindlicher Kundgebung. Noch am 7. Oktober feierten Samidoun-Mitglieder die Massaker der Hamas, indem sie Süßigkeiten auf den Straßen von Berlin-Neukölln verteilten. Auf die Aktion folgte wenige Wochen später das Verbot.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Domain der Samidoun-Webseite wurde dem Bayrischen Rundfunk zufolge 13 Tage nach dem Verbot aktualisiert. Aus Deutschland ist sie aber noch immer frei zugänglich. Der deutsche Anbieter, der die Seite registriert hat, teilte auf Anfrage mit, seine rechtliche und gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst zu nehmen. Die Samidoun-Seite sei im Auftrag eines Kunden in dessen Namen registriert worden. Die Inhalte der Webseite würden von einem Unternehmen aus dem Ausland gehostet. Datenbanken zufolge sitzt das Unternehmen in Malaysia.

Dem Innenministerium zufolge ist es verboten, »die Internetseite des Vereins, einschließlich deren Bereitstellung und Hosting, zu betreiben.« Auf Anfrage teilte das Ministerium mit, dass auch die Registrierung gegebenenfalls strafbar sein könnte. ja

Meinung

Die Angst, als Jude erkannt zu werden

Der Lagebericht des Zentralrats offenbart, wie unsicher sich Juden in Deutschland fühlen. Eine Gemeindevorsitzende beschreibt, was das für den Alltag der jüdischen Gemeinschaft bedeutet

von Jeanne Bakal  07.05.2026

USA

Gericht veröffentlicht mutmaßlichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein

»Es ist ein Privileg, den Zeitpunkt des Abschieds selbst wählen zu können«, steht auf der Notiz. Aber stammt sie wirklich von ihm?

 07.05.2026

Newcastle

Antisemitismus-Vorwürfe: Britische Grüne ziehen Unterstützung für Kandidaten zurück

Zwei weiteren Kandidaten hat die Green Party Unterstützung entzogen. Der Hintergrund: Judenhass in sozialen Medien

 07.05.2026

Nahost

Trump stoppte Hormus-Operation nach Ärger mit Saudi-Arabien

Riad soll den amerikanischen Streitkräften zeitweise die Nutzung wichtiger Militärbasen und des saudischen Luftraums verboten haben. Laut Berichten brachte das den Präsidenten zu seinem plötzlichen Rückzieher

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Teheran

Iran prüft US-Vorschlag

In den Streitigkeiten um die Straße von Hormus und die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gehen diplomatische Bemühungen weiter. Jetzt meldet sich Irans Außenamtssprecher

 06.05.2026

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026