Im Sächsischen Landtag herrscht ungewöhnliche Einigkeit: Alle Fraktionen sprechen sich dafür aus, eine Außenstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem im Freistaat anzusiedeln. Wie die »Volksstimme« und andere regionale Medien berichten, gilt Leipzig dabei als möglicher Standort für das geplante Bildungszentrum, das außerhalb Israels entstehen soll.
Fest steht bereits, dass Deutschland den Zuschlag erhält, eine Entscheidung über den konkreten Ort wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.
Neben Sachsen bewerben sich auch Bayern und Nordrhein-Westfalen um das Projekt. Dem »Volksstimme«-Bericht nach könnte das Zentrum zwei bis drei Jahre nach der Standortfestlegung seine Arbeit aufnehmen. Ziel ist es, die Bildungsarbeit zur Erinnerung an die Schoa sowie den Kampf gegen Antisemitismus international auszubauen.
In einer von der SPD initiierten Landtagsdebatte wurde immer wieder der Satz »Nie wieder ist jetzt« aufgegriffen. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) bezeichnete ihn als eines der stärksten Versprechen der deutschen Geschichte und zugleich als aktuellen Auftrag. Angesichts offener antisemitischer Anfeindungen und wachsender Angriffe auf demokratische Werte sei Erinnerungskultur heute dringlicher denn je.
Clemens machte deutlich, dass Sachsen nicht nur Interesse an dem Projekt habe, sondern es ausdrücklich brauche. Ein Yad-Vashem-Bildungszentrum sei eine große Chance, um Antisemitismus entschiedener entgegenzutreten und ein sichtbares Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit und jede Form der Relativierung der Schoa zu setzen.
Zugleich wäre es, so der Minister, ein starkes Signal an kommende Generationen, dass der Freistaat bereit ist, seiner historischen Verantwortung gerecht zu werden. im