Washington D.C.

Neue Terrorismus-Anklagen nach Mord an Botschaftsmitarbeitern

Bundesanwältin Jeanine Pirro Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Washington D.C. hat neue, schwerwiegende Anklagepunkte gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Washington erhoben. Gegen den 31-jährigen Elias Rodriguez aus Chicago sei eine erweiterte Anklageschrift mit insgesamt 13 Punkten eingereicht worden, teilte Bundesstaatsanwältin Jeanine Pirro mit. Die neuen Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft am 21. Mai 2025 vor dem Capital Jewish Museum.

Nach Angaben der Anklagebehörde umfassen die zusätzlichen Punkte unter anderem vier Anklagen wegen bewaffneter terroristischer Handlungen nach dem Strafrecht des District of Columbia sowie einen erschwerenden bundesrechtlichen Faktor wegen »umfangreicher Planung und Vorsatz zur Begehung eines terroristischen Akts«. Mehrere der erhobenen Vorwürfe sehen als Höchststrafe lebenslange Haft oder die Todesstrafe vor.

Pirro erklärte: »Mein Büro wird nicht ruhen, bis Elias Rodriguez für diesen grausamen und gezielten Terrorakt gegen Yaron Lischinsky, Sarah Milgrim und unsere jüdische Gemeinschaft zur Rechenschaft gezogen wird.« Die neuen Anklagepunkte spiegelten wider, »dass es sich bei dieser Tat tatsächlich um einen Akt des Terrors handelte«.

Manifest veröffentlicht

Auch das FBI sprach von einer bewussten terroristischen Motivation. Darren B. Cox, der Leiter des FBI-Büros in Washington, erklärte, Rodriguez habe nicht nur »zwei unschuldige Menschen ermordet und die Überlebenden terrorisiert«, sondern anschließend ein Manifest veröffentlicht, mit dem er versucht habe, seine Tat »moralisch zu rechtfertigen und andere zu politischer Gewalt zu inspirieren«. Dies rechtfertige die zusätzlichen Terrorismus-Anklagen.

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Laut Anklageschrift näherte sich Rodriguez den Opfern, als sie eine Veranstaltung für junge Diplomaten im Museum verließen, und gab rund 20 Schüsse aus einer halbautomatischen Pistole ab. Dabei habe er »Free Palestine« gerufen. Anschließend sei er in das Gebäude gegangen, habe eine Kuffiyeh gezeigt und erklärt: »Ich habe es für Palästina getan. Ich habe es für Gaza getan.« Beim Abführen durch die Polizei habe er den Anwesenden zugerufen: »Schande über euch« und »Schande über den Zionazi-Terror«.

Bei den Opfern handelt es sich um den 30-jährigen Deutsch-Israeli Yaron Lischinsky und die 26-jährige Amerikanerin Sarah Milgrim. Lischinsky war Mitarbeiter der israelischen Regierung, der sich dienstlich in den USA aufhielt. Milgrim stammte aus Overland Park im Bundesstaat Kansas und arbeitete ebenfalls für die israelische Botschaft. Zwei weitere Botschaftsmitarbeiter überlebten den Angriff.

»Gezielte antisemitische Gewalt«

Bereits kurz nach der Tat hatten Ermittler von einem gezielten Angriff gesprochen. Videoaufnahmen zeigten, wie der Täter mehrfach auf die Opfer schoss und selbst dann weiterfeuerte, als sie bereits am Boden lagen. Am Tatort stellten Ermittler eine Pistole des Kalibers 9 Millimeter sowie 21 Patronenhülsen sicher.

Yaron Lischinsky und seine Partnerin Sarah Milgrim galten als Paar, das kurz vor der Verlobung stand. FBI-Chef Kash Patel bezeichnete den Angriff kurz nach der Tat als Terrorakt und erklärte, »gezielte antisemitische Gewalt« greife die Grundwerte der Vereinigten Staaten an. Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sagte damals: »Sie wurden ermordet, weil sie sich für den Staat Israel einsetzten.« im

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