Washington D.C./Teheran

Trump droht Ajatollah Chamenei

President Donald Trump Foto: picture alliance / Captital Pictures

US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den Iran weiter erhöht und dem obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, offen mit Konsequenzen gedroht. Vor dem Hintergrund geplanter Gespräche über Teherans Atomprogramm verwies Trump auf eine verstärkte militärische Präsenz der USA in der Region und schloss erneut Angriffe nicht aus. Amerikanische Medien berichteten.

In einem Interview mit NBC News sagte Trump über Chamenei: »Ich würde sagen, er sollte sehr besorgt sein. Ja, das sollte er.« Der Präsident erklärte zudem, Washington werde hart reagieren, falls der Iran versuche, sein Nuklearprogramm wieder hochzufahren.

Seit Wochen liefern sich Trump und die iranische Führung einen scharfen rhetorischen Schlagabtausch. Der US-Präsident hatte wiederholt militärische Maßnahmen ins Spiel gebracht und dem Regime in Teheran schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Zugleich sprach er öffentlich von einer massiven US-Flottenpräsenz im Nahen Osten und erklärte, der Iran brauche »eine neue Führung«.

Direkte Gespräche

Chamenei reagierte mit deutlichen Gegenwarnungen. Anfang Februar erklärte er, jeder Staat, der einen Krieg gegen den Iran beginne, werde »einen entscheidenden Schlag« erleiden. Ein Konflikt mit den Vereinigten Staaten, so der iranische Führer, würde sich rasch zu einem regionalen Krieg ausweiten.

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Parallel zur Eskalation laufen Vorbereitungen für direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran. US-Sondergesandter Steve Witkoff soll in dieser Woche Irans Außenminister Abbas Araghtschi treffen. Trump sagte zuletzt, er strebe eine Einigung an, fügte jedoch hinzu: »Und wenn wir das nicht schaffen, würden wahrscheinlich schlimme Dinge passieren.«

Der Präsident verwies zudem auf US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im vergangenen Sommer und erklärte, ihm lägen Informationen vor, wonach Teheran erneut versuche, sein Nuklearprogramm voranzutreiben. »Wir haben gesagt: Wenn ihr das tut, werden wir euch sehr schlimme Dinge antun«, so Trump.

»Unklare Absicht«

Zusätzliche Brisanz erhielten die Aussagen durch militärische Zwischenfälle Anfang Februar. Nach Angaben des US-Zentralkommandos schossen amerikanische Streitkräfte eine iranische Drohne ab, die sich einem US-Flugzeugträger mit »unklarer Absicht« genähert habe. Zudem hätten iranische Einheiten ein unter US-Flagge fahrendes Handelsschiff in der Straße von Hormus bedrängt.

Trotz dieser Vorfälle sollen die geplanten Gespräche stattfinden. Das Weiße Haus erklärte, Präsident Trump halte weiterhin an diplomatischen Optionen fest, schließe jedoch auch militärische Schritte nicht aus. Eine Sprecherin sagte, dazu gehöre »auch der Einsatz militärischer Gewalt«.

Der genaue Ort der Gespräche war zuletzt noch offen. Ein Treffen am 6. Februar in Istanbul stand zur Diskussion, galt jedoch als nicht endgültig bestätigt. Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA seien zu Gesprächen bereit, stellte jedoch Bedingungen. Themen müssten auch Irans Raketenprogramm, die Unterstützung terroristischer Organisationen sowie der Umgang des Regimes mit der eigenen Bevölkerung sein.

»Wenn die Iraner reden wollen, sind wir bereit«, sagte Rubio. Präsident Trump bevorzuge weiterhin eine friedliche Lösung – ein militärischer Konflikt sei jedoch nicht ausgeschlossen. im

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