Justiz

Sachsenhausen-Prozess vertagt

Blick in den Gerichtssaal während der Verhandlung im November Foto: imago images/Jürgen Ritter

Der Prozess gegen einen 101-jährigen früheren KZ-Wachmann vor dem Landgericht Neuruppin verzögert sich. Die für Donnerstag und Freitag angesetzten Verhandlungstermine seien wegen Verhinderung eines Schöffen aufgehoben worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

An diesen Tagen finde keine Hauptverhandlung statt. Unter anderem war die Aussage der stellvertretenden Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, Astrid Ley, als Sachverständige erwartet worden.

beihilfe Dem Angeklagten Josef S. wird Beihilfe zum grausamen und heimtückischen Mord in 3518 Fällen im Konzentrationslager Sachsenhausen zwischen Oktober 1941 bis Februar 1945 vorgeworfen. Der 101-Jährige hat bislang bestritten, im KZ bei Oranienburg als Wachmann im Einsatz gewesen zu sein. Personalakten von dort belegen allerdings, dass Josef S. Mitglied verschiedener SS-Totenkopfwachbataillons war. (AZ: 11 Ks 4/21)

Es geht um die Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener, die Ermordung von Häftlingen durch Giftgas und um die Tötung von Häftlingen durch die Schaffung und Aufrechterhaltung von lebensfeindlichen Bedingungen. Der Prozess gegen S. hat Anfang Oktober begonnen. Bislang sind Verhandlungstage bis Ende April geplant.

verhandlung Wegen des Gesundheitszustandes des Angeklagten ist die Verhandlung nach Brandenburg an der Havel verlegt worden. Der Hochbetagte ist nur wenige Stunden am Tag verhandlungsfähig.

Im KZ Sachsenhausen waren von 1936 bis 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder kamen auf andere Weise ums Leben. epd

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