Antisemitismus

Sachsen gründet neue Melde- und Beratungsstelle

Ofek-Leiterin Marina Chernivsky Foto: Rolf Walter

Die Melde- und Beratungsstelle Antisemitismus Sachsen soll im neuen Jahr in Dresden an den Start gehen. Sie sei für den Schutz und die Unterstützung von Opfern und im Kampf gegen Antisemitismus enorm wichtig, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag in der sächsischen Landeshauptstadt. Dabei sei Antisemitismus nicht nur eine Gefahr für jüdische Mitbürger, sondern bedrohe auch das demokratische und friedliche Zusammenleben.

Träger der Melde- und der Beratungsstelle sei der Verein »Ofek - Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung«, hieß es weiter. Die Meldestelle werde in enger Abstimmung mit dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) arbeiten.

Nach einer mehrmonatigen Aufbauphase solle »die Erreichbarkeit der beiden Projekte in ganz Sachsen ermöglicht werden«, hieß es weiter.

Der Aufbau finde in enger Abstimmung mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und dem Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben, Thomas Feist, statt. Eine Auftaktveranstaltung ist für März 2022 geplant.

Ofek-Leiterin Marina Chernivsky betonte, antisemitische Vorfälle müssten nicht stillschweigend hingenommen werden. Die Einrichtung der Melde- und Beratungsstelle Antisemitismus geht den Angaben zufolge auf eine entsprechende Vereinbarung im sächsischen Koalitionsvertrag zurück. epd

Meinung

Wenn niemand sonst zu Israel steht

Unser Autor ist Schüler auf einem Gymnasium nahe Köln. Mit Entsetzen musste er feststellen, dass Antisemitismus und Israelhass in seiner Klasse weit verbreitet sind. Nun fragt er sich: Wie kann das sein?

von Jan Tersteegen  22.06.2026

Verhandlungen

USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl

Nach »produktiven« Gesprächen mit dem Iran setzen die USA Teile ihrer Sanktionen gegen den Iran vorübergehend aus. Die Maßnahme könnte dem Iran Milliarden einbringen und die Energiemärkte beruhigen

 22.06.2026

Trauer

Ex-Fed-Chef Alan Greenspan ist gestorben

Er galt jahrelang als Orakel und Maestro: Über 18 Jahre lang herrschte Alan Greenspan als Zentralbankchef über die Zinspolitik der weltgrößten Wirtschaftsmacht

von Anna Ringle, Thomas Kaufner  22.06.2026

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026

Hamburg

Er spionierte Josef Schuster und Volker Beck aus: Däne vor Gericht

Der Mann mit afghanischen Wurzeln soll im Auftrag des Iran spioniert haben

 22.06.2026

Bundeswehr

Fünf Jahre Militärrabbinat

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die Jüdische Militärseelsorge bereichere den Dienstalltag und schärfe die ethische Orientierung der Streitkräfte

 22.06.2026