Antisemitismus

Roger Waters: Israel steckt hinter Tod von George Floyd

Der Sänger und Bassist Roger Waters bekundet bei einem Konzert in Kalifornien im Jahr 2016 seine Solidarität mit den Palästinensern. Foto: imago

Roger Waters, Mitbegründer der britischen Band Pink Floyd, hat erneut antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet. In einem Interview am mit der Nachrichtenagentur Shebab, die der islamistischen Terrororganisation Hamas nahe steht, nannte Waters den jüdischen US-Multimilliardär Sheldon Adelson einen »rechten, faschistischen, rassistischen Fanatiker« und »Strippenzieher« der amerikanischen Regierung.

Adelson glaube, so das ehemalige Pink-Floyd-Mitglied, dass nur Juden vollständige Menschen seien und alle anderen auf der Welt ihnen zu Diensten sein müssten. Der Casino-Magnat Adelson sei ein »verrückter Typ«, der Trumps »winzig kleinen Schw***« in der Hosentasche hätte. »Ich sage nicht, dass alle Juden so denken, aber er tut es«, so Waters.

GEORGE FLOYD Auch zum Tod von George Floyd in Minnesota offerierte Waters der Interviewerin eine Meinung: Amerikas »militarisierte Polizei« habe ihre tödlichen Praktiken, namentlich das Luftabdrücken durch das Knien auf dem Opfer, von der israelischen Armee gelernt, wo dies ahgeblich gegenüber den Palästinensern praktiziert werde. Die USA flögen regelmäßig Experten aus Israel ein, die den Polizisten dort beibrächten, wie man schwarze Menschen in effizienter Weise umbringe, behauptete Waters.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Israelis seien so stolz auf die von ihnen entwickelten Tötungsmethoden, dass sie sie den Amerikanern gerne weitergäben. Der Zionismus sei ein »hässlicher Fleck«, den »wir vorsichtig entfernen müssen«, sagte der Frontmann der BDS-Bewegung. Ausschnitte aus dem Videointerview von Shebab mit dem 76-Jährigen wurde von der unabhängigen israelischen Organisation MEMRI veröffentlicht.

EIFERER Anlässlich des Nakba-Tags Mitte Mai, an dem die Palästinenser alljährlich der Staatsgründung Israels 1948 als »Katastrophe« gedenken, hatte Waters an einer Online-Diskussion teilgenommen und ein selbst komponiertes Lied zum Besten gegeben, in dem zur »Befreiung Palästinas vom Jordan bis zum Meer« aufrief.

Bereits in der Vergangenheit fiel der Frontmann der israelfeindlichen und in ihren Handlungen und Zielen antisemitischen BDS-Bewegung durch Hetze gegen Israel und seinen Unterstützern auf. Im Jahr 2013 setzte er Israels Vorgehen gegen die Palästinenser auf eine Stufe mit dem der Nazis gegen die Juden.

Bei einem Konzert in Belgien wurde ein mit einem Davidstern markiertes Schwein auf die Bühne projiziert. Der damalige Geschäftsführer der Anti-Defamation League, Abraham Foxman, sagte, es sei traurig mitanzusehen, »wie ein kreatives Genie von seinem eigenen engstirnigen Eifer so zerfressen wird«.

Waters hatte Pink Floyd – eine der erfolgreichsten Rockbands der Musikgeschichte - 1965 in London gemeinsam mit drei Studienfreunden gegründet, sie aber 1985 im Streit verlassen. mth

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026