Sportpolitik

Riad setzt sich matt

Die Schach-Weltmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach finden ohne Israel statt. Foto: Flash 90

Noch bis Samstag finden in Saudi-Arabien die Schach-Weltmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach statt – ohne Israelis. Das Regime verweigerte bei diesem ersten Schachevent in seiner Hauptstadt Riad Einreisevisa für die sieben Schachspieler aus dem jüdischen Staat. Nun fordert der israelische Schachverband Entschädigung, denn ihm war vom Schachweltverband FIDE die Teilnahme zugesagt worden.

Ursprünglich wollte Saudi-Arabien auch der Delegation des Iran und der aus Katar keine Visa ausstellen. Davon aber wurde Abstand genommen. In der gemeinsamen Pressemitteilung von Verband und Veranstalter stand: »FIDE und die saudi-arabischen Organisatoren sind jederzeit bereit, alle Teilnehmer willkommen zu heißen.«

entschädigung Dass damit nicht Israelis gemeint waren, sorgt für Empörung. Israels Verbandschef Zvika Barkai fordert Entschädigung und dass Saudi-Arabien die Austragung der Weltmeisterschaften 2018 und 2019 entzogen wird.

Für Proteste sorgt auch die Forderung der Veranstalter, dass bei der Frauen-WM die Spielerinnen eine Abaya tragen sollen, eine lange, weit geschnittenen Robe, die Frauen in Saudi-Arabien tragen müssen.

boykott Die für die Ukraine antretende Titelverteidigerin und Weltranglistenzweite Anna Musitschuk, die in der Schachbundesliga für Baden-Baden spielt, erklärte, dass sie auf die ausgelobte Rekrodsumme von 250.000 US-Dollar verzichten will, aus Protest gegen diese Kleidungsvorschriften. »Alles hat seine Grenzen«, schrieb Musitschuk auf Facebook, »Kopftücher im Iran war mehr als genug«; Anfang 2017 hatte die WM in Teheran stattgefunden. Noch im November hatte es bei der FIDE geheißen, dass Spielerinnen nicht Abaya oder Hijab tragen müssten.

Auch der amerikanische Großmeister Hikaru Nakamura hatte seine Teilnahme an der WM abgesagt. Weil in Saudi-Arabien »grundlegende Menschenrechte nicht geachtet werden«, könne er nicht kommen, hatte Nakamura via Twitter mitgeteilt.

Teheran

Iran hängt zwei Anhänger der Volksmudschahedin

Seit Kriegsbeginn geht die iranische Justiz mit äußerster Härte gegen mutmaßliche Spione und Kritiker vor. Nun werden zwei Männer gehängt, die einer im Iran verbotenen Gruppe angehören

 30.03.2026

Washington D.C.

Bericht: Trump prüft Militäreinsatz zur Uran-Bergung im Iran

Setzen die USA im Iran auch Bodentruppen ein? Trump erwägt laut einem Medienberichten, angereichertes Uran mit Gewalt zu beschlagnahmen

 30.03.2026

Erklärung

Geplante Todesstrafe: Europäische Minister appellieren an Israel

Vier europäische Außenminister warnen: Eine Ausweitung der Todesstrafe in Israel könnte nicht nur Menschenrechte verletzen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Prinzipien erschüttern

 30.03.2026

Israel

232 Verletzte binnen eines Tages – Raketen aus Iran, Drohnen aus Jemen

Seit Beginn des Krieges vor gut einem Monat wurden mehr als 6000 Menschen in israelischen Kliniken behandelt

 30.03.2026

Ottawa/Brüssel

Kanada verweigert EU-Abgeordneter die Einreise

Jüdische Organisationen begrüßen die Entscheidung. Rima Hassan werden Israelhass und Terrorverherrlichung vorgeworfen

 30.03.2026

London

Blair warnt vor Judenhass in Europa, weist Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück

Der frühere Premierminister schreibt, wiederkehrende Stellungnahmen europäischer Regierungen hätten das Anwachsen des Antisemitismus bislang nicht gestoppt

 30.03.2026

Luftwaffenbasis »Prinz Sultan«

US-Aufklärungsflugzeug bei iranischem Angriff zerstört, zehn verletzte Soldaten

Die US-Luftwaffe verfügt nur noch über eine begrenzte Zahl dieser Flugzeuge. Vor dem Angriff bestand die Flotte aus 16 Maschinen, von denen nur gut die Hälfte einsatzbereit ist

 30.03.2026

Iran

Trump sieht »faktischen Regimewechsel« und Fortschritte bei Gesprächen

»Das eine Regime wurde dezimiert, zerstört, sie sind alle tot. Das nächste Regime ist größtenteils tot, und mit dem dritten Regime haben wir es mit völlig anderen Leuten zu tun«, sagt der US-Präsident

 30.03.2026

Völkerrechtsdebatte

Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß

Wissenschaftler des Parlaments halten das für die »herrschende Ansicht« unter Experten. Sie gehen der Frage nach, ob Deutschland sich der Beihilfe zum Völkerrechtsbruch schuldig macht

 29.03.2026