Debatte

Rabbinerkonferenz: Erfolge der AfD sind eine Schande

Pinchas Goldschmidt, Vorsitzender der Europäischen Rabbinerkonferenz Foto: picture alliance/dpa

Die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) zeigt sich alarmiert angesichts des Aufstiegs rechtsextremer Parteien in Europa. CER-Präsident Pinchas Goldschmidt sagte der Deutschen Welle (DW): »Der Aufstieg der AfD und anderer rechtsextremer Parteien in Europa ist eine Schande und bereitet der jüdischen Gemeinschaft große Sorgen.« Sie seien »offen rassistische Parteien«.

Es werde zwar nicht immer »direkt der Holocaust geleugnet. Aber immer sehen wir die Verharmlosung des Holocaust«, fügte der 60-Jährige im Gespräch mit dem in Bonn ansässigen deutschen Auslandssender hinzu.

Populismus Goldschmidt erinnerte an den Zweiten Weltkrieg, »mit zig Millionen ermordeter und getöteter Menschen, mit zerstörten Ländern«, und fragte: »Ist es das, was diese Kräfte wollen? Ihr Populismus steht ja letztlich nie für die Lösung irgendwelcher Probleme, sondern macht sie nur noch schlimmer.«

Der gebürtige Züricher und Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz war seit 1993 Oberrabbiner von Moskau. Wegen seiner kritischen Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine musste Goldschmidt Russland im Juli 2022 verlassen. epd

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Jom Haschoa

»Die Bedrohung ist nicht mehr abstrakt«

Israelischer Botschafter Ron Prosor fordert bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen entschlossenes Handeln und den Schutz jüdischen Lebens

 14.04.2026

Düsseldorf

Studentenparlament fordert Boykott israelischer Hochschulen

Der Antrag stammt aus dem Umfeld der antisemitischen BDS-Kampagne. Jüdische Studenten und andere Demokraten üben heftige Kritik an dem Entschluss

 14.04.2026

Rom

Italien setzt Verteidigungsvereinbarung mit Israel aus

Italien unter Ministerpräsidentin Meloni gilt als enger Verbündeter Israels. Nun setzt ihre Regierung eine Vereinbarung mit dem jüdischen Staat aus. Konkrete Auswirkungen hat dies aber wohl nicht

 14.04.2026

Rechtsextremismus und Antisemitismus

Hetze und KI-Fakes belasten Arbeit in Gedenkstätten

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, beklagt eine besorgniserregende Entwicklung

 14.04.2026

Gedenkstätte KZ Ravensbrück

Hitlergruß im Krematorium: Schülerinnen sorgen für Entsetzen

Nach Angaben der Leitung ließen sich drei Mädchen dabei fotografieren

 14.04.2026

Washington D.C.

Trump löscht umstrittenes KI-Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt

Die Abbildung rief scharfe Kritik hervor – auch aus dem konservativen Lager

 14.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  14.04.2026