Hamburg

Prozess zum Islamischen Zentrum wird fortgesetzt

Ein Streifenwagen steht vor der Blauen Moschee in Hamburg Foto: picture alliance/dpa

Am Hamburger Verwaltungsgericht wird am Mittwoch ein politisch brisantes Verfahren fortgesetzt. Anlass sind Klagen des Vereins Islamisches Zentrum Hamburg (IZH) und der ihm verbundenen Islamischen Akademie Hamburg gegen das Landesamt für Verfassungsschutz.

Die schiitischen Einrichtungen wehren sich gegen eine Einstufung des IZH als islamistische Gruppierung in den Verfassungsschutzberichten für 2018 und 2019. Zudem wollen sie acht Einzelaussagen, in denen es auch um die Nähe des Zentrums zum Iran geht, verbieten lassen. Ob am bevorstehenden zweiten Verhandlungstag bereits ein Urteil fällt, sei nicht vorhersehbar, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Gesamtschau Am ersten Verhandlungstag Ende April hatten Vertreter des Verfassungsschutzes die Entscheidung bekräftigt, den IZH-Verein als extremistisch einzustufen. Dies ergebe sich aus der Gesamtschau von über Jahrzehnte gesammelten Tatsachen, hieß es.

IZH-Anwalt Sven Krüger entgegnete, die Behauptungen des Verfassungsschutzes entbehrten jeder Grundlage. Zu dem Prozess sind keine Sachverständigen und Zeugen geladen. Vor dem Gerichtsgebäude hatten rund 40 Menschen für eine Schließung der vom IZH getragenen Blauen Moschee demonstriert.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das IZH war 1953 von iranischen Kaufleuten gegründet worden. Die kurz darauf errichtete Blaue Moschee ist heute Anlaufpunkt schiitischer Muslime verschiedener Nationalitäten. Der Verein wird seit 1993 vom Verfassungsschutz beobachtet und als Außenposten des iranischen Mullah-Regimes in Europa gesehen, was vom IZH zurückgewiesen wird.

Nach Aufkommen der Proteste im Iran im vergangenen Jahr hatte der Bundestag die Bundesregierung dazu aufgefordert, ein Verbot des IZH zu prüfen. Bestätigt das Gericht die Aussagen des Verfassungsschutzes, könnte das die Auflösung des Vereins nach sich ziehen.

Das IZH hatte seine Klage bereits Ende 2020 eingereicht. Der ungewöhnlich lange Zeitraum zwischen der Einreichung und dem Beginn der Verhandlung liegt laut dem Gerichtssprecher »in der Gesamtbelastung der zuständigen Kammer« begründet. kna

Debatte

Prien: Zu viele Mittel sind in die Förderung von linken Projekten geflossen

Mit ihrer Ankündigung, das Programm »Demokratie leben« zu reformieren, hat Ministerin Prien für viel Verunsicherung gesorgt. Überrascht hat sie das nicht. Ihr sei klar gewesen, damit »in ein Wespennest zu stechen«

 29.04.2026

Berlin

Jüdischer Verein meldet antisemitischen Angriff auf Mitarbeiter

Das Opfer entdeckt ein rotes Dreieck an der Klingelanlage seines Wohnhauses. Sein Klingelknopf ist ebenfalls rot markiert

 29.04.2026

Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Das Fahrzeug wurde mit Farbsprays besprüht. Außerdem klebten die Täter palästinensische Terrorsymbole auf den Bus

 29.04.2026

Potsdam

Andreas Büttner erschüttert über Ermittlungsergebnis

Bei dem Anschlag am frühen Morgen des 4. Januar wurde ein Nebengebäude auf dem Grundstück des Antisemitismusbeauftragten in Templin in Brand gesetzt

 29.04.2026

Jom Haazmaut

Leipzig feiert den 78. Unabhängigkeitstag Israels

Botschafter Ron Prosor spricht von »Optimismus, Lebensfreude und Tatendrang«

von Detlef David Kauschke  29.04.2026

Berlin

Finanzsenator übernimmt Amt von Sarah Wedl-Wilson

Stefan Evers soll die Leitung der Kulturverwaltung mit übernehmen - zumindest für die nächsten fünf Monate

 29.04.2026

Nahost

Israel beklagt Toten nach Hisbollah-Drohnenangriff

Ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums ist tot. In Nordisrael wächst der Unmut über die Waffenruhevereinbarung mit dem Libanon

 29.04.2026

Nahost

USA verschärfen Druck auf Iran, Trump setzt auf lange Blockade

Der US-Präsident lässt mehrere Optionen prüfen. Zugleich verhängt seine Regierung neue Sanktionen gegen mutmaßliche Finanznetzwerke Teherans

 29.04.2026

New York

Altkanzler Scholz mit Leo-Baeck-Medaille ausgezeichnet

Bundeskanzler Friedrich Merz kassiert nach seiner Kritik am US-Vorgehen im Iran heftige Kritik. US-Präsident Trump zürnt. Altbundeskanzler Scholz beschwichtigt

 29.04.2026