Berlin

Prognose: Hälfte der Holocaust-Überlebenden 2031 nicht mehr am Leben

Gideon Taylor ist Präsident der Claims Conference Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Eine Prognose der Jewish Claims Conference geht davon aus, dass die Hälfte der inzwischen meist hochbetagten Holocaust-Überlebenden in sechs Jahren nicht mehr am Leben ist. In 10 Jahren würden 70 Prozent, in 15 Jahren 90 Prozent von ihnen voraussichtlich gestorben sein, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten demografischen Prognose, die auf Grundlage der seit 1952 geführten Datenbanken der Claims Conference über Überlebende des Nationalsozialismus errechnet wurde.

Der Bericht mache die Dringlichkeit der Bildungsarbeit zur Schoa deutlich, sagte der Präsident der Claims Conference, Gideon Taylor: »Jetzt ist der Moment, Überlebende persönlich sprechen zu hören, sie in Klassenzimmer, Gotteshäuser und Institutionen einzuladen.«

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims
Conference) vertritt die Entschädigungsansprüche von Holocaust-Überlebenden gegenüber Deutschland und setzt sich dafür ein, dass die Verbrechen und Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten.

Lesen Sie auch

Wie viele Überlebende der Schoa noch am Leben sind, kann nur geschätzt werden. Die Claims Conference schätzt die Zahl der Überlebenden weltweit auf rund 200.000. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 87 Jahren. In Deutschland leben demnach noch rund 11.500 Holocaust-Überlebende.

Laut Prognose wird die Zahl bis 2030 auf 7600 sinken. In Israel gibt es der Schätzung zufolge noch rund 110.100 Überlebende, in den USA rund 34.600 und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion 25.500.

Einer der letzten Holocaust-Überlebenden des Aufstands im Warschauer Ghetto im Jahr 1943, Pinchas Gutter, sagte anlässlich der Prognose: »Wir tragen ein wichtiges Stück Geschichte in uns, das nur wir besitzen und nur wir erzählen können.« Er appellierte an die Jüngeren: »Wir zählen auf diese Generation, dass sie uns zuhören - und auf künftige Generationen, dass sie unsere Erfahrungen weitertragen, damit die Welt nicht vergisst.« epd

Nach Berlin-Wahl

Generalstaatsanwältin: Kriminelle suchen Kontakt zur Politik

Ein Clan-Oberhaupt feiert nach dem Wahlerfolg der Linken mit der Partei. Ein Zufall? Die Chefin der Berliner Staatsanwaltschaften sieht ein typisches Muster

 30.09.2026

Rostock

Internationaler Polizeieinsatz gegen Nazi-Musik

Zahlreiche Polizisten durchsuchen zahlreiche Objekte. Die Beamten sind in mehreren Bundesländern im Einsatz

 30.09.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Ein Überblick

 30.09.2026 Aktualisiert

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Hessen

Mutmaßlicher IS-Kämpfer festgenommen

In Nordhessen wird ein Mann festgenommen, der für den IS gekämpft haben soll. So lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Jetzt soll ein Richter über die U-Haft entscheiden

 30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 30.09.2026 Aktualisiert

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026