Nazi-Verbrechen

Polen möchte Täter überstellt bekommen

2019 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Foto: dpa

Deutsche und polnische Behörden wollen nach polnischen Angaben enger bei der Strafverfolgung von SS-Verbrechen im von Nazi-Deutschland besetzten Polen zusammenarbeiten.

Er setze sich dabei dafür ein, dass die deutsche Seite noch lebende SS-Mitglieder, denen Verbrechen in Polen vorgeworfen werden, an die polnische Justiz überstelle, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt vom polnischen Institut für Nationales Gedenken, Andrzej Pozorski, am Donnerstag der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Dies sei »auf großes Interesse bei der deutschen Behörde gestoßen«.

Die engere Zusammenarbeit wurde demnach bei einem Treffen von Vertretern des polnischen Instituts mit ihren Kollegen von der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg vereinbart.

Verfahren Mitte Dezember hatte das Landgericht Frankfurt die Eröffnung eines Verfahrens gegen einen 97-jährigen ehemaligen KZ-Wachmann im damals besetzten Polen aufgrund von gesundheitsbedingter Verhandlungsunfähigkeit abgelehnt. Die Anklage war auf Nachforschungen der Ludwigsburger Zentralstelle zurückgegangen.

In Deutschland wurde jahrzehntelang nicht gegen Aufseher von Konzentrationslagern ermittelt, wenn ihnen keine konkrete Straftat vorgeworfen wurde. Erst seit 2011 – mit der Verurteilung von John Demjanjuk – gilt in der Rechtsprechung der Dienst in der Vernichtungsmaschinerie der Konzentrationslager als Beihilfe zum Mord.

Im Jahr 2019 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. In Folge von Krieg und Besatzung starben in Polen in den Jahren 1939-1945 fast sechs Millionen Menschen, darunter drei Millionen jüdische Bürger. Das war ein Sechstel der damaligen Bevölkerung. dpa

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären.«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Auschwitz-Birkenau

Romani Rose: Gewalt gegen Sinti und Roma nimmt zu

Zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma warnt der Vorsitzende deren Dachorganisation, Mitglieder der Minderheit seien wieder mehr Anfeindung ausgesetzt

 02.08.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Union will Tempo machen für schärfere Gesetze

Der Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days in der Hauptstadt löste eine Debatte darüber aus, ob bestehende Gesetze ausreichen. Eine Umfrage ergibt: Das Sicherheitsgefühl ist bei vielen Bürgern gesunken

 02.08.2026

Brandenburg

Gedenkführungen zu NS-Verbrechen gegen Sinti und Roma

Hunderttausende Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Zwei KZ-Gedenkstätten wollen heute mit Führungen an die Opfer erinnern

 02.08.2026

Washington D.C.

Trump: Angriffe auf Iran abgesagt - »Umrisse einer Einigung«

Das US-Militär stand Berichten zufolge kurz vor einer massiven Angriffswelle auf Ziele im Iran. Nun will der US-Präsident anscheinend darauf verzichten

 02.08.2026 Aktualisiert

Nahost

Nach Berichten über US-Angriffspläne: Teheran droht Nachbarländern, greift Ziele in Kuwait an

Irans Außenminister Abbas Araghtschi droht, die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden »Akt der Aggression« entschlossen reagieren

 02.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und Europas Handlungsfähigkeit

von Michael Thaidigsmann  01.08.2026

Ankaras Machtfantasien

Wie die türkische Führung von der Eroberung Jerusalems träumt

von Eren Güvercin  01.08.2026