Meinung

Olympia-Mahnmal: Vom Nutzen des Streits

Marian Offmann Foto: dpa

Mit den Präsidenten Reuven Rivlin und Frank-Walter Steinmeier und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer wird am 6. September in München allerhöchste Prominenz den während der Olympischen Spiele 1972 getöteten israelischen Sportlern Ehre erweisen.

Dass es zu einem Denkmal und Gedenkort kam, ist eine lange Geschichte, die genauso von langem Zuwarten und Missverständnissen erzählt wie vom lohnenden Streiten und Bemühen für diese wichtige Sache.

kritik Zuletzt gab es Kritik, weil Shaul Ladany, 1972 israelischer Leichtathlet, mitgeteilt hatte, dass man ihn zunächst nicht eingeladen hatte und, als das nachgeholt wurde, er seinen Flug selbst zahlen musste. Ladany hatte am 5. September 1972, als Terroristen die Connollystraße 31 überfielen, über den Balkon fliehen können. Ladany, 1936 in Serbien geboren, überlebte die Schoa, in München überlebte er den Terroranschlag.

So verständlich Ladanys Kritik auch war, so sollte man doch nicht übersehen, dass die bayerischen Behörden schnell reagierten: Sein Flug wird vom Kultusministerium bezahlt, die Hotelrechnung von KKL. Das ist also von den Behörden verstanden worden.

Zur Empörung Ladanys und vieler Angehöriger gehört auch die Vorgeschichte: Schon vor zehn Jahren war ich mit Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser im Olympischen Dorf, wir sahen den Gedenkstein für die Opfer, wo viele Menschen so viele Steine abgelegt hatten, dass jeder weitere herunterpurzeln musste.

einwände Schlosser regte ein Denkmal und einen Gedenkort an. Etwa zehn Jahre hat es gedauert, Einwände von Anwohnern und ein sehr lange währendes Verfahren, wie leider oftmals bei solchen Projekten, mussten überwunden werden.

Das Wichtige ist: Sie wurden überwunden. Es hat sich eine sehr gute Beziehung zwischen bayerischen und israelischen Behörden fortentwickelt, die vielleicht auch deswegen so stabil ist, weil ihr ein jahrelanges gemeinsames Ringen um ein würdiges Gedenken für die Opfer von 1972 zugrunde liegt.

Der Autor ist CSU-Stadtrat in München.

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026

Nahost

EU verschärft Sanktionen gegen Iran

Wegen Behinderungen des Schiffsverkehrs verschärft die EU ihre Maßnahmen gegen den Iran. Betroffen sind auch Verantwortliche, denen Drohungen vorgeworfen werden

 08.06.2026

Moringen

AfD-Kreisverband will Parteitag neben KZ-Gedenkstätte abhalten

In der Kleinstadt Moringen richteten die Nationalsozialisten drei Konzentrationslager ein. Eine Gedenkstätte erinnert an die damaligen Gräuel. In unmittelbarer Nähe davon plant ein AfD-Kreisverband seinen Parteitag. Ein Bündnis kündigt Proteste an

 08.06.2026

Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Jüdische Perspektiven im Bildungswesen sichtbarer machen: Ein neuer Bundesverband vernetzt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie im Umgang mit Antisemitismus

von Christoph Schmidt  08.06.2026

Handelsbeziehungen

Auch Großbritannien erwägt Importverbot für Siedlerwaren

140 Abgeordnete der regierenden Labour Party haben Außenministerin Yvette Cooper aufgefordert, die Einfuhr von Produkten aus israelischen Siedlungen im Westjordanland nach Großbritannien zu verbieten

von Michael Thaidigsmann  08.06.2026

Washington D.C.

Global Forum des AJC: Das Paradox der jüdischen Geschichte

2000 Juden aus 70 Ländern kamen in die US-Hauptstadt, um bei der jährlichen Tagung des American Jewish Comittee dabei zu sein

von Sebastian Engelbrecht  08.06.2026

Aue-Bad Schlema (Sachsen)

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen

Mit dem Wahlsieg von Marcus Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der Kandidat der rechtsextremen »Freien Sachsen« scheitert an der Wahlurne

 08.06.2026

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Großbritannien

Antisemitische Straftaten in London stark gestiegen

Der größte monatliche Zuwachs von durch Judenhass motivierten Übergriffen seit ende 2023 wird registriert

 08.06.2026