Meinung

Obamas spitzes Knie

Diesmal lagen die Auguren mit ihren Prognosen richtig. Bei den Zwischenwahlen in Amerika, bei denen eigentlich alles neu gewählt wird, außer dem US-Präsidenten selbst – der Senat, das Repräsentantenhaus, die Gouverneure der meisten amerikanischen Bundesstaaten – haben die Republikaner kräftig abgesahnt. So war es von fast allen vorausgesagt worden. Außerdem wurde korrekt prophezeit, dass jede Menge konservative Graswurzelrevolutionäre vom »Tea Party Movement«, das aus der Wut auf Barack Obama und seine angeblich sozialistische Politik geboren wurde, mit Hilfe der Republikaner in den Kongress gelangen würden. Die linksliberale Regierung wird für die nächsten zwei Jahre innenpolitisch weitgehend blockiert sein. Reformen sind bei den neuen Machtverhältnissen kaum umzusetzen. Das heißt, dass sich Obama und Co. auf das Feld der Außenpolitik konzentrieren werden. Das wiederum könnte bedeuten, dass der Chef der Supermacht den Israelis mit noch spitzerem Knie als bisher auf der Brust lasten wird, um sie zum Abbau von Siedlungen zu bewegen. Es sei denn, alles kommt doch ganz anders. Denn eine echte Herausforderung gilt es zu meistern: Gelingt es dem Westen, den Iran von seinem Atomprogramm abzubringen? Auguren, eine Antwort bitte!

redaktion@juedische-allgmeine.de

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Michael Thaidigsmann

Haltlose Rüge aus Straßburg

Der Menschenrechtskommissar des Europarats wirft Deutschland »unangemessene Beschränkungen« propalästinensischer Proteste vor. Überzeugende Belege legt er jedoch nicht vor

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Nahost

Trump verlängert Waffenruhe: Wie es jetzt weitergehen könnte

Welche Szenarien sind jetzt denkbar?

von Cindy Riechau, Arne Bänsch  22.04.2026

Nahost

Behörde: Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus

Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu Angriffen auf Schiffe. Die britische Behörde UKMTO meldet nun gleich zwei Vorfälle

 22.04.2026

New York

Wegen Haltung der Demokraten zu Israel: Alan Dershowitz wird Republikaner

Seine bisherige Partei sei zur »antiisraelischsten Partei in der amerikanischen Geschichte« geworden, schreibt der jüdische Jurist

 22.04.2026

New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

Rafael Grossi warnt vor der »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne

 22.04.2026

London

Beratungen über Wiederöffnung der Straße von Hormus beginnen

Diskutiert werden sollen auch Einsatzkräfte, Führungsstrukturen sowie die Verlegung von Einheiten in die Region

 22.04.2026

Europäische Union

Keine Mehrheit für Strafmaßnahmen gegen Israel

Vor allem Spanien und Irland hatten vor der Sitzung der Außenminister in Luxemburg Druck gemacht und die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel verlangt. Sie scheiterten erneut

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026