NPD-Verbotsverfahren

»Nicht überraschend, dennoch enttäuschend«

Zentralratspräsident Dieter Graumann Foto: Rafael Herlich

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, hat die Entscheidung der Koalition, einem Antrag auf ein NPD-Verbotsverfahren des Bundestags nicht zuzustimmen, kritisiert. Der Jüdischen Allgemeinen sagte er: »Die Ablehnung eines NPD-Verbotsantrags des Bundestags durch die Unionsfraktion kommt leider nicht überraschend, ist aber dennoch enttäuschend. Überzeugende Konzepte, wie die NPD auf anderem Wege wirksam bekämpft werden könnte, hat die Regierungskoalition bisher nicht vorgelegt.«

In vielen Landstrichen Deutschlands sei die NPD dank der Steuergelder sehr präsent und als »rechter Rattenfänger« erfolgreich, so Graumann weiter. »Umso mehr ist der Bundesrat dafür zu loben, dass er an seinem Verbotsantrag resolut und konsequent festhält.«

Bundestag Die schwarz-gelbe Koalition wird am Donnerstag einen SPD-Antrag ablehnen, wonach der Bundestag neben dem Bundesrat einen eigenen NPD-Verbotsantrag stellen soll. Entsprechend haben die Teilnehmer einer Sitzung der Unionsfraktion am Dienstag abgestimmt. Die Koalition will stattdessen einen Antrag in den Bundestag einbringen, in dem sie ihr Engagement gegen Rechtsextremismus darstellt. »Das entschlossene Vorgehen gegen jede Erscheinungsform des Rechtextremismus ist und bleibt eine zentrale Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ebenso wie eine Verpflichtung der Gesellschaft insgesamt«, heißt es in dem Antrag.

Der Streit um ein NPD-Verbotsverfahren hält seit Monaten an. Die Länder haben sich bereits im Dezember vergangenen Jahres dafür entschieden, in Karlsruhe einen Verbotsantrag zu stellen. Die SPD will nun durchsetzen, dass der Bundestag einen eigenen Verbotsantrag stellt. ja/epd

Peking

Pakistan und China stellen Forderungen für Frieden im Nahen Osten vor

Pakistan bemüht sich um Vermittlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Jetzt stellen Pakistan und China gemeinsame Forderungen vor

 31.03.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026

Berlin

Doppelt so viele Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten möglich

Mehr als 80 Jahre nach dem Holocaust versuchen junge Leute, die Gräuel der deutschen Geschichte zu verstehen. Ein Besuch an authentischen Orten kann dazu beitragen. Zwei private Spender geben Geld

 31.03.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald sieht sich politisch instrumentalisiert

Warum die Gedenkstätte Buchenwald Schauplatz kontroverser Debatten ist – und wie sie damit umgeht

 31.03.2026

Kino Babylon

Ein Publikum wie eine Sekte: So war Francesca Albaneses Auftritt in Berlin

»Nazi«-Rufe, Verschwörungsglaube und Massenpsychose: Unser Gastautor ist entsetzt von dem, was er auf der Veranstaltung mit der UN-Sonderberichterstatterin für Palästina erlebt hat. Ein Erfahrungsbericht

von Wolf J. Reuter  31.03.2026

Berlin

Beschwerde gegen Deutsche Welle: Jüdischer Journalistenverband sieht Defizite in Berichterstattung

Nach Darstellung des JJJ fehlt es in mehreren Beiträgen an journalistischer Sorgfalt. Teilweise seien Tendenzen erkennbar, die als israelfeindlich oder sogar antisemitisch bewertet werden könnten

 31.03.2026

West Bloomfield

FBI: Anschlag auf Synagoge in Michigan war von Hisbollah inspiriert

Nach Angaben der Behörden hatte sich der Mann seit Anfang des Jahres zunehmend mit Pro-Hisbollah-Inhalten im Internet beschäftigt

 31.03.2026

Washington D.C.

USA könnten Krieg auch ohne Öffnung der Straße von Hormus beenden

»Die vollständige Öffnung der Straße ist etwas, woran die Regierung arbeitet, aber die Kernziele der Operation sind klar definiert worden«, sagt Regierungssprecherin Karoline Leavitt

 31.03.2026