Magdeburg

Neue Meldestelle zu Antisemitismus in Sachsen-Anhalt

Blick auf Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg (Symbolfoto) Foto: imago images/ecomedia/robert fishman

Eine neue Meldestelle zu Antisemitismus in Sachsen-Anhalt nimmt ihre Arbeit auf. Träger ist der gemeinnützige Verein Ofek (hebräisch: Horizont), der solche Einrichtungen unter anderem auch in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Sachsen unterhält, wie Sachsen-Anhalts Staatskanzlei am Freitag in Magdeburg mitteilte.

Nach deren Angaben ist die Meldestelle ein vorrangiges Ziel im »Landesprogramm für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus« und wird deshalb vom Land gefördert. Sie solle antisemitische Vorfällen mit und ohne Straftatbestand dokumentieren und analysieren. Dies solle in einer Weise geschehen, »dass die Schwelle für Meldungen möglichst niedrig gehalten wird und die Erfahrungen der Betroffenen im Fokus stehen«.

Betroffene und ihr Umfeld sowie Zeuginnen und Zeugen können Meldungen etwa auf Deutsch, Englisch und Russisch mit Hilfe eines Online-Formulars des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) vornehmen oder sich bei der Meldestelle persönlich melden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, für einen effektiven Kampf gegen Antisemitismus sei es wichtig zu wissen, »wo und wie sich dieser zeigt und wer antisemitische Handlungen begeht«. Weiterhin könnten die Betroffenen über die Meldestelle schnell an Unterstützungsstrukturen vermittelt werden, »um nicht mit dem Erlebten allein gelassen zu werden«. kna

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Berufung

Hamburg hat wieder eine Beauftragte gegen Antisemitismus

Nach Monaten der Vakanz ist das Amt wieder besetzt: Anna von Villiez wird Hamburgs neue Beauftragte gegen Antisemitismus. Ein Rechtsstreit hatte die Auswahl verzögert

von Michael Althaus  30.06.2026

Kommentar

Für Islamisten existiert kein Kindeswohl

In glühender Hitze wurden Kinder von Islamisten gefesselt durch Berlin geführt. Dass so etwas mitten in der Hauptstadt geschehen kann, ist die Folge einer fehlgeleiteten Migrationspolitik

 30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Interview

»Soziale Medien sind Brandbeschleuniger für Judenhass«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, wechselt nach Paris. Am Dienstagabend zog er auf einem Podium in Berlin Bilanz. Im Interview blickt er zusätzlich auch auf Persönliches

von Leticia Witte  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Hamburg

Mutmaßlicher Block-Entführer: »Wir sind hier wie in einer Mossad-Operation«

Im Block-Prozess wird ein Zeuge aus Israel weiter per Video befragt. Der 42-Jährige steuerte bei der gewaltsamen Rückholung der Kinder einen der Wagen. Wie er heute auf die Ereignisse blickt.

von Stephanie Lettgen  30.06.2026