Washington

USA wollen Nationale Strategie gegen Antisemitismus vorstellen

US-Präsident Joe Biden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

In den Vereinigten Staaten von Amerika grassiert der Judenhass. Laut Anti-Defamation League (DFL) ist die Zahl der antisemitisch motivierten Taten im vergangenen Jahr um 36 Prozent gestiegen.

Fast alle jüdischen Wähler in den USA, genau gesagt 97 Prozent von ihnen, machen sich Umfragen zufolge Sorgen aufgrund des Antisemitismus in ihrem Land. Es war Zeit, den Kampf gegen den Hass zu verstärken.

Präsident Joe Biden hat daher den Judenhass in den vergangenen Monaten mehrfach verurteilt und ihm den Kampf angesagt. In seinem Auftrag war der Second Gentleman Doug Emhoff, der jüdische Ehemann von Vizepräsidentin Kamala Harris, in jüngster Zeit damit beschäftigt, eine Nationale Strategie gegen Judenhass zu entwickeln. Diese sollte am Donnerstag (Ortszeit) vorgestellt werden.

Hinter den Kulissen Emhoff erklärte vergangene Woche auf einer Gala des Jewish Democratic Council of America, Biden habe sich hinter den Kulissen maßgeblich an der Vorbereitung des Plans beteiligt. Zudem habe ihn seine Frau dazu gebracht, im Kampf gegen Antisemitismus und andere Arten des Menschenhasses aktiv zu bleiben.

Amerikanischen Medienberichten zufolge wird die Nationale Strategie Empfehlungen für Behörden und andere Stellen enthalten. Unklar war bis zuletzt, ob die USA die Arbeitsdefinition des Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) unterzeichnen und in die Strategie integrieren würden.

Eine weitere wichtige Akteurin, Deborah Lipstadt, Bidens Sonderbeauftragte im Kampf gegen den Antisemitismus, nannte die IHRA-Definition neulich »ein effektives Werkzeug«, verriet aber nicht, ob oder wie sehr sich Washington darauf stützen will. Sie dankte der Administration und fügte hinzu, die Nationale Strategie enthalte über 200 politische Vorschläge und Handlungsmöglichkeiten. Sie werde zudem für Diskussionen sorgen.

Bedrohung für das Land Hochrangige Vertreter aller Bundesbehörden und des Nationalen Sicherheitsrates seien involviert gewesen, sagte Deborah Lipstadt. Viele Regierungsbeamte hätten ihr mitgeteilt, dass sie den Judenhass als Bedrohung für das Wohlergehen des Landes ansähen.

Die Autoren der Nationalen Strategie gegen den Antisemitismus sprachen bei der Vorbereitung mit vielen Vertretern der jüdischen Community aus allen Teilen der Vereinigten Staaten.

Organisationen, die seit Jahren Judenhass bekämpfen, forderten derweil eine Einbeziehung der Arbeitsdefinition der IHRA und drohten, die erwartete Strategie nicht zu unterstützen, sollte dieser Aspekt fehlen. ja

Die Linke

Neuer Kopf, neue Linie

Luigi Pantisano wird voraussichtlich der nächste Vorsitzende der Linkspartei. Wofür steht der 46-Jährige?

von Ralf Fischer  11.06.2026

Krieg

Trump droht Mullahs mit »vollständiger Kontrolle« der iranischen Öl-Industrie

Darüber hinaus kündigte der US-Präsident auch weitere Angriffe an

 11.06.2026

Berlin

Streit an der TU um Beschlüsse der studentischen Vollversammlung

Besonders umstritten ist die Forderung, bestehende institutionelle Beziehungen zu israelischen Unis auszusetzen und überprüfen zu lassen. Eine jüdische Studentengruppe widerspricht

 11.06.2026

Berlin

Jüdischer Juristenverband als herausragende soziale Initiative ausgezeichnet

Die Organisation jüdischer Juristen ist eines von 25 Projekten, die vom Verein »startsocial« für ihr Engagement gewürdigt wurden. Gastgeber der Ehrenveranstaltung war Bundeskanzler Friedrich Merz

 11.06.2026

Pro & Contra

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ja, sagt Jessie Katz: »Sie anzunehmen sollte schon nur aus dem Grund, um die Sicherheit für die jüdische Bevölkerung zu verbessern.« Nein, findet Zsolt Balkanyi-Guery: »Ein Einwanderungsstopp verspricht nur vordergründig Sicherheit und ist für jüdische Menschen keine Antwort auf die tatsächlichen Herausforderungen des Antisemitismus.«

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  11.06.2026

Washington D.C.

Bill Gates: Epstein hat mich erpresst

Der Sexualstraftäter habe sein Wissen um seine Untreue ausnutzen wollen, sagt der Microsoft-Mitgründer. Er räumt aber auch Fehler ein

 11.06.2026

Dresden

Kampagne soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Initiative soll mehr Wissen über Judentum und Israel vermitteln

 11.06.2026

Hass auf der Bühne

»Hofnarr der Hamas«: Bassem Youssef tritt heute in Berlin auf

Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

von Imanuel Marcus  11.06.2026 Aktualisiert

Ramallah

Externe Prüfung geht von Ende der palästinensischen Terror-Renten aus

Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Sozialleistungen der PA nicht mehr an die Dauer von Haftstrafen sogenannter »Märtyrer« gekoppelt sind

 11.06.2026