Berlin

Nahost: Vermittler fordern Waffenruhe

Außenministerin Annalena Baerbock (2.v.r., Bündnis 90/Die Grünen), und ihre Kollegen Catherine Colonna (Frankreich), Sameh Shoukry (Ägypten) und Ayman Safadi (Jordanien) äußern sich zum Konflikt. Foto: picture alliance/dpa

Nach den jüngsten Raketenattacken von Terrororganisationen in Gaza gegen Israel haben Deutschland, Frankreich, Ägypten und Jordanien eine unverzügliche Waffenruhe verlangt. Die israelische Militäroperation in dem palästinensischen Gebiet und umgekehrt das wahllose Abfeuern von Raketen von dort nach Israel müssten enden, so die Außenminister der vier Staaten.

Der neuerliche Schlagabtausch habe »inakzeptable Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert, einschließlich Frauen und Kinder«, heißt es in einer am Donnerstag in Berlin verabschiedeten Erklärung. Die EU schloss sich dem Appell ausdrücklich an.

Am Donnerstag war Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Berlin ihren Amtskollegen Samih Schukri aus Ägypten und Aiman al-Safadi aus Jordanien sowie der französischen Außenministerin Catherine Colonna zusammengekommen, um über die Entwicklungen im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu beraten. Diese sogenannte Münchner Gruppe ist derzeit das einzige Format, in dem europäische und arabische Partner gemeinsam an einer Lösung des Nahostkonflikts arbeiten.

Flächenbrand Die Gesprächspartner warnten in ihrer Erklärung vor einem »Flächenbrand«, sollten die »israelisch-palästinensischen Auseinandersetzungen« nicht angegangen werden. Alle Ursachen für Spannungen und Auslöser für Gewalt müssten aufhören, »einschließlich einseitiger Maßnahmen, die die Realisierbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung und die Aussichten auf einen gerechten und dauerhaften Frieden untergraben«.

Dieser Kommentar richtete sich gegen Israel, das jedoch über Jahrzehnte hinweg versucht hat, die Zwei-Staaten-Lösung umzusetzen. Dies scheiterte an der arabischen Seite, die seit 1948 alle Friedensabkommen ablehnte und weder zu direkten Friedensverhandlungen noch zu einer Anerkennung Israels bereit ist.

Die Außenminister riefen zur Wiederaufnahme von Gesprächen unter Vermittlung von Ägypten, Jordanien und den USA auf und mahnten Israel und die palästinensische Seite, an ihren Zusagen festzuhalten, die sie bei Konferenzen im Februar in Akaba und im März in Scharm el-Scheich gemacht hatten.

Weiter verlangten sie, den Status quo der Heiligen Stätten Jerusalems unverändert beizubehalten. Man sei »zutiefst besorgt über den wachsenden Druck auf christliche und muslimische Gemeinschaften in Jerusalem«, so die Münchner Gruppe.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in Brüssel stellte sich in einer Stellungnahme hinter die Erklärung. Die EU wolle mit allen Seiten weiter daran arbeiten, den »politischen Horizont für eine Zwei-Staaten-Lösung und die Stabilität in der Region wiederherzustellen«, so Borrell. kna/ja

Meinung

Francesca Albanese neben Hamas-Funktionär und Mullah-Minister

Die UN-Sonderberichterstatterin teilte sich bei »Al Jazeera« ein Podium mit Repräsentanten einer Terrororganisation und eines Mörderregimes. Wann hat dieses Verhalten endlich Konsequenzen für sie?

von Sacha Stawski  08.02.2026

Washington

Berichte: Trumps »Friedensrat« tagt am 19. Februar zu Gaza

Der von US-Präsident Trump ins Leben gerufene »Friedensrat« soll erstmals über die weitere Entwicklung im Gazastreifen beraten. Dabei geht es auch ums Geld

 08.02.2026

Replik

Ein starkes Kurdistan kann Israels Partner werden

In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen äußert sich die Expertin Ofra Bengio skeptisch zur Chance eines kurdisch-israelischen Bündnisses in Nahost. Eine Replik des Bundesvorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland

von Ali Ertan Toprak  07.02.2026

Libanon

Kreise: Hochrangiger Hisbollah-Funktionär tritt zurück

Die Hisbollah im Libanon steht unter Druck: Sie soll sich entmilitarisieren. Nun tritt ein prominenter Funktionär zurück

 07.02.2026

Nahost

Trump: Anfang nächster Woche wieder Gespräche mit Iran

Nach den wiederaufgenommenen Verhandlungen mit dem Iran erhöht der US-Präsident mit einer Zoll-Drohung den Druck auf Teheran. Kurz darauf erzählt er, wie die Gespräche aus seiner Sicht liefen

 07.02.2026

Protest

Tausende demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

Sie wollen den Menschen im Iran eine Stimme verleihen. Zahlreiche Organisationen und politische Persönlichkeiten versammeln sich am Brandenburger Tor. Etliche bangen um Angehörige in der Heimat

 07.02.2026 Aktualisiert

Extremismus

AfD: Björn Höcke zitiert abermals Nazi-Parole

Der AfD-Politiker Höcke ist wegen einer verbotenen Nazi-Parole bereits verurteilt worden. Jetzt prüft die Polizei einen neuen Vorfall. Doch Abgeordnete stehen unter besonderem Schutz

 06.02.2026

München

Jüdische Gemeinde erhält Drohbrief mit Patrone

Der Staatsschutz der bayerischen Polizei ermittelt

von Imanuel Marcus  06.02.2026

Berlin/Gießen

Nach Rede im Hitler-Stil: AfD will Mitglied rauswerfen

Mit seiner Rede, die an Adolf Hitler erinnerte, sorgte Alexander Eichwald beim AfD-Jugendkongress für Aufregung. Jetzt droht ihm der Parteiausschluss

 06.02.2026