Debatte

Nach Rede zu Iran-Krieg: Spahn kritisiert Bundespräsidenten

Jens Spahn (CDU), Vorsitzender der Unionsfraktion Foto: picture alliance/dpa

In der Debatte um die völkerrechtliche Bewertung des Iran-Kriegs hat Unions-Fraktionschef Jens Spahn den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zur Zurückhaltung aufgefordert. »Die völkerrechtliche Prüfung obliegt in diesem wie in anderen Fällen der Bundesregierung, und ich erwarte von Amts- und Würdenträgern der Bundesrepublik, dass sie diese Prüfung abwarten und sie auch respektieren«, sagte Spahn am Rande einer Fraktionssitzung in Berlin. »Im Übrigen frage ich mich, was folgt jetzt aus dieser Feststellung?« 

Steinmeier hatte bei einer Veranstaltung zum 75. Jahrestag zur Wiedergründung des Auswärtigen Amts gesagt, der Iran-Krieg sei »nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«. Auch die SPD-Fraktionsführung hat den Angriff der USA und Israels auf den Iran entsprechend eingestuft. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), das Auswärtige Amt und die Union haben sich dagegen noch nicht festgelegt.

Lesen Sie auch

Merz sieht »Dilemma«

Merz hatte Anfang März lediglich gesagt: »Wir sehen das Dilemma, dass mit völkerrechtlichen Maßnahmen und Schritten, die wir ja in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch versucht haben, gegen ein Regime, das atomar aufrüstet und das eigene Volk brutal unterdrückt, offensichtlich nichts zu bewirken ist.«

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann äußerte sich am Rande der Fraktionssitzung in die gleiche Richtung. »Für uns hat das Völkerrecht allerhöchste Priorität. Aber Völkerrecht darf eben auch nicht zur Schutzklausel terroristischer Regime werden.« dpa

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  25.06.2026

Brüssel

EU legt Mitgliedstaaten Konzept für Libanon-Einsatz vor

Die Mission soll die libanesische Polizei und Armee stärken. Stimmen Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zu?

 25.06.2026

Neuer Vorstand

Cerstin Richter-Kotowski übernimmt Vorsitz der DIG Berlin und Brandenburg

Die 64-jährige Juristin und Staatssekretärin löst Jochen Feilcke ab. Sie wurde mit großer Mehrheit in das Amt gewählt

 25.06.2026