Leipzig

Buchmesse positioniert sich gegen Judenhass

Über 2000 Aussteller sind in diesem Jahr Teil der Leipziger Buchmesse. Foto: picture alliance/dpa

Nach der Störung der Eröffnungsrede von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf der Leipziger Buchmesse haben sich die Veranstalter gegen Hass, Gewalt, Diskriminierung und Antisemitismus ausgesprochen.

»Die Leipziger Buchmesse bekennt sich zu einem friedlichen Miteinander aller Menschen, ungeachtet ihrer kulturellen oder religiösen Zugehörigkeit. Sie ist eine Plattform für einen gleichberechtigten und konstruktiven Meinungsaustausch«, sagte Messe-Sprecher Andreas Knaut auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Meinungsfreiheit und Toleranz bildeten dabei fundamentale Werte. »Wir stehen für das freie Wort.«

Demonstranten hatten den Kanzler bei der offiziellen Eröffnung der Messe am Mittwochabend im Leipziger Gewandhaus mehrfach unterbrochen. Während der Ansprache riefen mehrere im Gewandhaus verteilte Aktivisten laut, aber weitgehend unverständlich in die Rede des SPD-Politikers hinein.

Verbreiteter Brauch

Nach Angaben von mehreren näher sitzenden Zeugen warfen die Rufer der israelischen Regierung einen Genozid (Völkermord) im Gazastreifen vor. Schon lange vor den Attacken des palästinensischen Terrors vom 7. Oktober war dies unter Israelhassern ein verbreiteter Brauch.

Weite Teile des Protestes wurden von anhaltendem Beifall des Publikums übertönt. »Uns alle führt hier in Leipzig die Macht des Wortes zusammen - nicht des Geschreis«, sagte Scholz begleitet von Applaus. Nach Angaben von Knaut wurden die störenden Personen des Saals verwiesen. »Das Publikum hat zudem lautstark deutlich gemacht, dass es solche Störungen ablehnt.« Nach einigen Minuten konnte Scholz seine Eröffnungsrede fortsetzen.

Die Leipziger Buchmesse - nach Frankfurt die wichtigste deutsche Literaturschau - läuft bis Sonntag. 2085 Aussteller aus 40 Ländern präsentieren ihre Bücher und Neuerscheinungen. Neben Scholz war am Donnerstag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für einen Rundgang in den Messehallen zu Gast. Anschließend wollte er mit den Autoren Ingo Schulze und Anne Rabe über den Zustand der Demokratie diskutieren. dpa

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Frankfurt am Main

Trotz Warnungen der jüdischen Gemeinde: Comedian tritt in Frankfurt auf

Trotz Forderungen aus der Stadtgesellschaft, den Auftritt abzusagen, bespielt der neurechte Satiriker Nikolai Binner am Freitag einen Saal in einer städtischen Liegenschaft

 05.11.2026

Nachruf

Trauer um Hubert Aiwanger

Der Freie-Wähler-Chef, bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel

von Frederick Mersi  04.11.2026

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026