Madrid

Museum wirft israelische Besucherinnen raus

Foto: picture alliance / Joko

Im Madrider Museo Nacional de Arte Reina Sofía sorgt ein Vorfall für Empörung. Drei ältere Touristinnen aus Israel, die das Museum besuchen wollten, wurden den Publikationen »Enlace Judio« und »OK Diario« zufolge von einem Sicherheitsmitarbeiter aufgefordert, das Gebäude zu verlassen – weil sie Symbole ihrer jüdischen Identität trugen. Dazu gehörten demnach Davidsterne und eine Israel-Flagge. Begleitet wurden sie von einer spanischen Frau, die den Vorfall filmte.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Laut Aussagen der Begleiterin wurden die älteren Damen von anderen Besuchern aggressiv angegangen: Es sollen Rufe wie »¡Genocidas!« (»Völkermörderinnen!«) und »¡Asesinas!« (»Mörderinnen!«) gefallen sein. Anstatt die Frauen zu schützen, habe eine Mitarbeiterin des Museums einen bewaffneten Sicherheitsmann angewiesen, die Besucherinnen hinauszuschicken.

»Es ist inakzeptabel, dass man hier, in einer staatlichen Einrichtung Spaniens, einem solchen Vorfall ausgesetzt ist, obwohl man keine Gesetze bricht«, kritisierte die spanische Begleiterin gegenüber »OK Diario«.

Lesen Sie auch

Der Vorfall fügt sich in eine bereits kritische Debatte um das Museum ein: Erst wenige Tage zuvor hatte das Reina Sofía ein israelfeindliches Seminar unter dem Titel »Gaza und der Ästhetizid« veranstaltet. Die jüdische Gemeinschaft Spaniens äußerte daraufhin Kritik und betonte, dass die Instrumentalisierung menschlichen Leids durch politisch aufgeladene Begriffe weder Frieden noch Gerechtigkeit fördere.

Die Organisation ACOM kommentierte den Vorfall auf Social Media: »Wenn Ideologie darüber entscheidet, wer eintreten darf und wer gehen muss, dann liegt das Problem nicht beim Besucher.« Auch Esther Benarroch von der jüdischen Gemeinde Spaniens unterstrich in einer Kolumne, dass öffentliche Institutionen, die sich der Kultur und den Menschenrechten verpflichtet sähen, solche selektiven Ausschlüsse nicht zulassen sollten.

Rechtlich gesehen kann rassistisches Verhalten in Spanien strafrechtlich verfolgt werden. Artikel 510 des spanischen Strafgesetzbuches sieht Haftstrafen von einem bis vier Jahren sowie Geldstrafen für Personen vor, die öffentlich Hass, Feindseligkeit oder Diskriminierung gegen Menschen aus rassistischen, antisemitischen oder religiösen Gründen fördern. Auch die Verletzung der Würde durch Herabwürdigung oder Demütigung fällt unter diesen Paragraphen.

Die jüdischen Besucherinnen und ihre Begleiterin überlegen den beiden Berichten nach, formell Beschwerde einzureichen und gegebenenfalls rechtliche Schritte gegen das Museum zu prüfen. im

Terror

Berlin am Tag zwei nach dem CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag: Kanzler Merz kündigt Konsequenzen an, Herkunft des Todesopfers bekannt, verletzten Opfern geht es besser

 27.07.2026

Berlin

Neuköllns Integrationsbeauftragte: Härter gegen Islamismus vorgehen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des CSD in Berlin erklärt Güner Yasemin Balci, dass es in ihrem Bezirk sowohl mit Homophobie als auch mit Islamismus ein massives Problem gebe

 27.07.2026

New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

Die Betroffenen werfen dem Politiker vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert zu haben

 27.07.2026

Teheran

Chamenei bekräftigt Unterstützung für Hisbollah

Es gebe »keinen anderen Weg als Dschihad und Widerstand« gegen Israel, sagt der Oberste Führer

 27.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026