bayern

München: Frau beleidigt jüdische Kinder als »Scheiß-Juden«

Der Vorfall ereignete sich in der Münchner Innenstadt. Foto: IMAGO/Rolf Poss

In München ist es, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Freitag zu einem antisemitischen Vorfall gekommen. Eine Gruppe von Kindern samt ihren Betreuern wurde von einer Passantin als »Scheiß-Juden« beschimpft und mit anderen unflätigen Ausdrücken bedacht. Laut Polizeibericht »bedrohte und beleidigte sie die Gruppe in antisemitischer Art und Weise.«

Bei der Täterin handelt es sich um eine 57-Jährige, bei der Gruppe um überwiegend jüdische Kinder im Grundschulalter, die an einem Ferienprogramm der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern teilnahmen. Sie hatten sich am Freitagmorgen gegen 8 Uhr am Treffpunkt beim Sendlinger Platz eingefunden.

Nach der Tat rief die Gruppe die Polizei. Die Tatverdächtige konnte kurze Zeit später festgenommen werden. Es ist noch unklar, warum die Frau die Kinder und ihre Betreuer als jüdisch identifizieren konnte. Ein Grund könnte sein, dass Mitglieder der Gruppe Hebräisch sprachen.

Das Dezernat der Münchner Kriminalpolizei, in dem auch die Staatsschutzdelikte angesiedelt sind, hat Ermittlungen eingeleitet wegen Bedrohung und Beleidigung. Ein Sprecher der Polizei sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Münchnerin sei bereits mehrmals in der Vergangenheit wegen verschiedener strafrechtlicher Vergehen aufgefallen. mth

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Thüringens Innenminister fordert AfD-Verbotsverfahren

In einem Gutachten begründen Juristen ihre Einschätzung besonders mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026