Italien

Mit Nazi-Flugblättern ins jüdische Viertel

Eine Gasse in der Renaissance-Stadt Ferrara Foto: picture alliance/dpa

In der norditalienischen Stadt Ferrara ist eine Gruppe von Neofaschisten nach Polizeiangaben in Uniform durchs jüdische Viertel gezogen und hat Flugblätter verteilt, mit denen die beiden Diktatoren Benito Mussolini und Adolf Hitler verherrlicht wurden.

Bei einer Razzia gegen die dortige rechtsextreme Szene wurden am Mittwoch in verschiedenen Wohnungen weitere Propagandaschriften, aber auch Messer und Schlagstöcke sichergestellt. Zudem gab es wegen Verherrlichung des Faschismus und Anstiftung zum Rassenhass Strafanzeigen gegen insgesamt 24 Verdächtige - allesamt Italiener im Alter zwischen 24 und 30 Jahren.

Der Zug durchs jüdische Viertel fand nach Angaben der Polizei bereits in der Weihnachtszeit statt, wurde aber erst jetzt bekannt. Dabei sollen die Männer Flugblätter mit Mussolini- und Hitler-Bildern verteilt haben, auf denen auch Parolen wie »Viel Feind, viel Ehr« zu lesen waren. Zudem sollen einige von ihnen in einem Restaurant Morddrohungen gegen Gäste ausgestoßen haben, die die Aktion stoppen wollten.

Der faschistische Diktator Mussolini (1883-1945) war in Italien mehr als zwei Jahrzehnte an der Macht. Das Land war damals einer der engsten Verbündeten von Nazi-Deutschland unter Hitler. Die jüdische Gemeinde von Ferrara zählt zu den ältesten jüdischen Gemeinden Italiens. dpa

Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff verfasste auch für die Jüdische Allgemeine Kommentare. Die Redaktion prüft, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden

 12.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026

Berlin

Bundesrat für Verbot von Handel mit Dokumenten von NS-Opfern

»Wir dulden es nicht länger, dass aus dem Leid der NS-Opfer Profit geschlagen wird«, sagt NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)

 12.06.2026

Ankara

Erdoğan vergleicht Netanjahu erneut mit Hitler

»Wer Hitlers Weg folgt, sollte nicht vergessen, dass sein Schicksal dem anderer Tyrannen in der Geschichte gleichen wird«, erklärt der türkische Präsident in Richtung des israelischen Regierungschefs

 12.06.2026

Debatte

Mario Voigt nutzte KI für Reden zum Holocaust-Gedenken

Ein Portal findet mit KI-Analyse-Werkzeugen Auffälligkeiten in Beiträgen von Thüringens Regierungschef. Wie viel KI darf in einer Rede zum Holocaust-Gedenktag stecken?

 12.06.2026

Berlin

Anne-Frank-Tag: Bildungsstätte sieht Antisemitismus-Flut im Internet

»Wir erleben aktuell, dass sowohl rechtsextreme als auch islamistische und linke Gruppen antisemitisch agieren, antisemitische Narrative aber zugleich in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind«, sagt Deborah Schnabel

 12.06.2026

Brüssel

Kallas vergleicht Israel mit Apartheids-Südafrika

Die EU-Außenbeauftragte wird für ihre Aussage von anderen EU-Diplomaten und -Beamten scharf kritisiert

 12.06.2026

Künstliche Intelligenz

Preiskrieg zwischen Giganten

Sam Altmans OpenAI will den aggressiv wachsende Rivalen Anthropic der Geschwister Daniela und Dario Amodei auf Distanz halten

 12.06.2026