Pandemie

»Israel zeigt, dass man mit Booster-Impfungen die Welle brechen kann«

Geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Foto: imago images/Jens Schicke

Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dringende Klärungen zur Eindämmung der Corona-Infektionen bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen eingefordert. Die gegenwärtige Pandemie-Lage sei dramatisch, sagte Merkel in einer per Video zugeschalteten Rede bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags am Mittwoch in Erfurt. »Die vierte Welle trifft unser Land mit voller Wucht.« Die Beratungen mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag seien »überfällig«, machte Merkel deutlich.

Konkret forderte sie, eine Marke festzulegen, ab welcher Klinikbelastung zusätzliche Eindämmungsmaßnahmen greifen müssen. Ohne einen Schwellenwert bliebe der vereinbarte Index für die Zahl der aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen »ein zahnloser Tiger«. Es wäre aber »eine Katastrophe«, erst dann zu handeln, wenn die Intensivstationen voll seien.

Entscheidend sei außerdem, bei den Impfungen voranzukommen. »Es ist auch jetzt überhaupt nicht zu spät, sich für eine Erstimpfung zu entscheiden«, sagte Merkel. Nötig sei jetzt zugleich eine nationale Kraftanstrengung bei Auffrischungsimpfungen länger zurückliegender Impfungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus Israel zeigten, dass man mit »Booster«-Impfungen die Welle brechen könne.

Merkel sagte, sie sei »in tiefer Sorge« über die Lage in einigen Ländern. Oberstes Ziel sei, eine Überbelastung des Gesundheitssystems zu vermeiden und so Menschenleben zu schützen. Dazu gehöre, dass Corona-Patienten, aber auch alle anderen eine bestmögliche Behandlung bekommen könnten. Die »bittere Wahrheit« sei, dass dies in am schwersten betroffenen Landkreisen schon nicht mehr möglich sei. dpa

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 08.10.2026

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026

Clan-Kontakte

Berliner SPD-Chef fordert Ausschluss von Ferat Koçak

Auch die Linken-Landesvorsitzende betonte, die Aufklärung sei noch nicht abgeschlossen

 08.10.2026

Kommentar

Allein mir fehlt der Glaube

Die Spitzen von Linken, Grünen und SPD in Berlin haben bei ihren Sondierungen in Berlin ein dreiseitiges Papier zur Bekämpfung von Antisemitismus vereinbart. Eine Einordnung

von Michael Thaidigsmann  08.10.2026

Washington D.C.

Medien: US-Regierung erwägt neue Angriffe auf den Iran

Seit Wochen gibt es im Krieg der USA gegen den Iran keine sichtbaren Fortschritte. Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen könnte US-Präsident Trump die Situation noch einmal eskalieren lassen

 08.10.2026

Gedenken

Litfaßsäulen in Berlin sollen an NS-Deportationen erinnern

Mehr 1000 jüdische Berlinerinnen und Berliner Juden wurden mit dem ersten sogenannten »Osttransport« aus der Hauptstadt deportiert. Eine neues Projekt soll an die Opfer des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs erinnern

 08.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026