EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Berlin

Meldestelle: Antisemitisches »Grundrauschen« hält an

Benjamin Steinitz, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Berlin Foto: dpa

Die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hat in Berlin für das erste Halbjahr 2021 insgesamt 522 antisemitische Vorfälle dokumentiert. Davon waren 12 Angriffe, 22 gezielte Sachbeschädigungen, 15 Bedrohungen, 447 Fälle verletzenden Verhaltens sowie 26 antisemitische Massenzuschriften, wie aus einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht hervorgeht. Im Schnitt wurden der Meldestelle demnach jeden Tag knapp drei antisemitische Vorfälle bekannt. Ein antisemitisches »Grundrauschen« begleite konstant den Alltag Berliner Jüdinnen und Juden.

MILIEUS Der Berliner Rias-Projektleiter Benjamin Steinitz erklärte: »In der Hauptstadt sind in unterschiedlichsten politisch-weltanschaulichen Milieus Aktionspotenziale vorhanden, die jederzeit zur Mobilisierung von antisemitischem Hass auf Versammlungen aktiviert werden können.« Anlass böten etwa Konfliktsituationen wie im Nahen Osten oder die Pandemie. »Dennoch gilt: Antisemitismus ist auch jenseits solcher Anlässe ein kontinuierliches Problem, welches sich in digitaler, verbaler, aber auch physischer Gewalt ausdrücken kann und so den Alltag von Juden und Jüdinnen prägt«, so Steinitz.

Der Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus, Samuel Salzborn, erklärte: »Wir müssen Gelegenheitsstrukturen für antisemitische Äußerungen und Taten auch im Vorfeld schon stärker im Blick haben, um antisemitische Hotspots gar nicht erst entstehen zu lassen.«

DETAILS Registriert wurden in den ersten sechs Monaten zwölf Angriffe, 22 gezielte Sachbeschädigungen, 15 Bedrohungen, 447 Fälle »verletzenden Verhaltens«, darunter 35 Versammlungen, sowie 26 antisemitische Massenzuschriften.

Die häufigste inhaltliche Erscheinungsform im ersten Halbjahr 2021 war den Angaben zufolge der israelbezogene Antisemitismus, dem mit 251 fast die Hälfte der 522 Vorfälle zugeordnet wurden.

In 98 Vorfällen waren Personen direkt betroffen, insgesamt 128. 87 Betroffene waren jüdisch oder israelisch »oder wurden als solche adressiert«, wie es in dem rund 50 Seiten umfassenden Bericht heißt. 252 der 292 betroffenen Institutionen seien ebenfalls jüdisch oder israelisch gewesen. epd/kna

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026