Umfrage

Mehrheit befürchtet Terroranschläge in Deutschland

Anti-Terror-Poller am Breitscheidtplatz in Berlin, wo im Jahr 2016 bei einem islamistischen Anschlag auf den dortigen Weihnachtsmarkt 12 Menschen ermordet wurden. Foto: picture alliance / Andreas Gora

Eine Mehrheit der Deutschen befürchtet, dass es im Zuge des Gaza-Krieges zu größeren Terroranschlägen auch in Deutschland kommen könnte. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 59 Prozent, dass sie Anschläge mit vielen Toten für sehr oder eher wahrscheinlich halten. Nur 27 Prozent sind dagegen der Meinung, dass Terrorattacken hierzulande sehr oder eher unwahrscheinlich sind.

Von den möglichen Folgen des Gaza-Kriegs für Deutschland sind die möglichen Terroranschläge für 25 Prozent diejenige, über die sie sich meisten Sorgen machen. 26 Prozent sagen, sie fürchteten vor allem, dass mehr Flüchtlinge aus dem Nahen Osten nach Deutschland kommen.

Der wachsende Antisemitismus in Deutschland wird dagegen nur von 17 Prozent als Hauptsorge genannt. Dahinter folgt die Verschlechterung der Beziehungen zu Staaten mit muslimischer Bevölkerung (10 Prozent), die Furcht vor steigenden Energiepreisen (8 Prozent) und eine wachsende Muslim-Feindlichkeit (6 Prozent).

Position der Regierung

Die Position der Bundesregierung zum Gaza-Krieg halten 39 Prozent für ausgewogen. 32 Prozent meinen dagegen, die Bundesregierung ergreife zu stark Partei für Israel. 7 Prozent sind dagegen der Auffassung, Deutschland stelle sich zu stark an die Seite der Palästinenser.

Nach der Terrorattacke der islamistischen Hamas auf Israel mit nach neuesten Schätzungen rund 1200 Toten am 7. Oktober hatte die Bundesregierung Israel seine volle Solidarität zugesichert und das Selbstverteidigungsrecht des Landes betont. Anders als andere europäische Länder hat Deutschland die Angriffe der israelischen Streitkräfte gegen die Hamas im Gazastreifen, bei denen auch viele Zivilisten ums Leben kamen, bisher nicht kritisiert. dpa

Kommentar

Absage an Danger Dan und Igor Levit: Das ZDF hat absolut richtig gehandelt

Nicht alles, was nicht justiziabel ist, muss auch gesendet werden. Schon gar nicht unverhohlene Aufrufe zur linksextremen Gewalt und Verherrlichung der »Hammerbande«-Terroristen

von Philipp Peyman Engel  17.07.2026 Aktualisiert

Rechtsterrorismus

NSU-Unterstützerin Susann E. zu zwei Jahren Haft verurteilt

Im Prozess gegen Susann E. in Dresden ist das Urteil gesprochen. Weil sie der NSU-Terroristin Beate Zschäpe mit ihrem Ausweis und ihrer Krankenkassenkarte aushalf, wurde sie verurteilt. In Haft muss sich nicht.

 17.07.2026

Frankfurt am Main

»Widerstand ist Völkerrecht«-Demo darf stattfinden

Laut Staatsanwaltschaft liegt trotz des Demo-Mottos »Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und mit Gewehren« keine Volksverhetzung vor

 17.07.2026

Mainz

»Mutlos«: »Anstalt« reagiert auf Ausladung von Danger Dan

Die Macher der Satiresendung kritisieren die Entscheidung des ZDF deutlich. Auch der Musiker selbst meldet sich nochmal zu Wort - es geht auch um das Thema Gewalt

 17.07.2026

Berlin

SPD-Arbeitskreis fordert Ende deutscher Blockade gegen EU-Kurs zu Israel

»Es ist nicht glaubwürdig, wenn deutsche Waffen dazu dienen, die humanitäre Katastrophe zu verlängern«, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner

 17.07.2026

Washington D.C.

Trump-Nachfolge: Juden wenden sich von Vance ab, setzen auf Rubio

Zu den Gründen für den Vertrauensverlust gehören Vorstöße Vances gegen israelische Regierungsvertreter. Rubio hingegen hat schon immer Unterstützung für Israel gezeigt

 17.07.2026

Reform

Die Rente ist sicher

Trotz Stimmungstief in Deutschland: Die Vorschläge der Alterssicherungskommission weisen in die richtige Richtung

von Ayala Goldmann  17.07.2026

TV

Danger Dan contra ZDF: Ein Songtext und seine Folgen

Die Satiresendung »Die Anstalt« beschäftigt sich mit Radikalisierung. Der Rapper Danger Dan, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus engagiert, sollte auftreten. Doch das ZDF lädt ihn aus

 17.07.2026

Budva

Israelis in Montenegro attackiert: Opfer berichtet von gebrochenem Kiefer

Einer der betroffenen Touristen: »Sie beschimpften uns, traten uns und warfen Stühle nach uns.«

 17.07.2026