Krise

Mehrere Hundert Künstler unterzeichnen Biermann-Appell zur Ukraine

Wolf Biermann Foto: imago images / Sven Simon

Der Liedermacher und Schriftsteller Wolf Biermann hat dazu aufgerufen, »Putins Aggression entschieden entgegenzutreten«. Ihn treibe die Angst, sagte er am Dienstag dem Nachrichtenmagazin »Cicero«. Den gemeinsamen mit seiner Frau Pamela, dem Schauspieler Burghart Klaußner und dem Kulturmanager Ulrich Schreiber bereits am 4. Februar initiierten Aufruf haben inzwischen 350 internationale Intellektuelle und Künstler unterzeichnet.

Er habe den Weltkrieg knapp überlebt, betonte Biermann. »Anders gesagt: Biermann ist ein gebranntes Glückskind. In den Hamburger Bombennächten 1943 hatte ich, was Wunder, keine Angst vorm Krieg, denn wir waren ja schon mittendrin«, so der Liedermacher. »Jetzt aber erlebe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine tiefe Angst vor dem Krieg. Treffender gesagt: Ich habe nicht die Ängste, sondern die Angst hat nun leider mich«, so Biermann.

»Es kann nicht schweigend hingenommen werden, dass über achtzig Jahre nach dem Münchner Abkommen in Europa wieder unverhohlen mit einem Einmarsch in fremdes, souveränes Territorium gedroht wird«, heißt es in dem Aufruf. »Wir unterstützen den Dialog mit Russland, fordern aber den sofortigen und bedingungslosen Abzug der russischen Truppen«, so der Appell. »Unsere Solidarität und Hochachtung gilt allen demokratischen Kämpfer:innen in der Ukraine, in Weißrussland - wie auch in Russland selbst«. Die Umzingelung der Ukraine mit russischen Truppen sei »ein Angriff auf den Frieden in ganz Europa«.

Unterzeichnet haben den Appell unter anderen die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger und Ian McEwan, der chinesische Künstler Ai Weiwei sowie der Osteuropahistoriker Karl Schlögl. kna

Washington D.C.

Führender Demokrat lehnt Vorstoß gegen US-Hilfen für Israel ab

Der demokratische Abgeordnete Hakeem Jeffries will gegen einen Antrag stimmen, der die amerikanische Unterstützung für Israel deutlich einschränken würde. Seine Partei ist gespalten

 15.07.2026

County Kerry

Irisches Festival schließt ehemalige und aktive israelische Soldaten von Teilnahme aus

Jüdische Organisationen üben scharfe Kritik. Die Campaign Against Antisemitism spricht von »Fremdenfeindlichkeit, die als Progressivität getarnt wird«

 15.07.2026

Nahost

Trump droht Iran mit noch härteren Angriffen – USA setzen Luftschläge und Seeblockade fort

Sollte Teheran nicht verhandeln, werde es »richtig schlimm«, sagt der amerikanische Präsident

 15.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Auszeichnung

Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Köln und Berlin

Bereits zum vierten Mal wird der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben verliehen. In diesem Jahr werden Projekte geehrt, die vor allem auf einen niederschwelligen Zugang setzen

von Birgit Wilke  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

Faktencheck

Henry Kissinger wollte die »weiße Rasse« nicht beseitigen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger werden immer wieder völlig frei erfundene Zitate zugeschrieben. Etwa, dass er die »weiße Rasse« durch multikulturelle Gesellschaften habe ersetzen wollen

 14.07.2026