Interview im »Playboy«

Marcel Reif: Antiisraelische Hetze bei Demos ist Judenhass

Marcel Reif Foto: picture alliance / DeFodi Images

Der Sportkommentator Marcel Reif hat sich zu den israelfeindlichen Demonstrationen geäußert, die regelmäßig in der Bundesrepublik stattfinden.

»Vieles, was nach dem Angriff auf Israel auf Deutschlands Straßen passiert ist, hat mich entsetzt, zutiefst betroffen gemacht«, sagte Reif in einem Interview des »Playboy«. Ihm zufolge werden bei diesen Kundgebungen unerträgliche Parolen verbreitet.

Wenn Leute das Existenzrecht Israels infrage stellten – und dies ausgerechnet in Deutschland, sei dies »unsäglich«, so Reif. »Ich hätte mir gewünscht, nein, erwartet, dass der Rechtsstaat viel schneller und viel härter eingreift und das nicht zulässt«, sagte er der Zeitschrift.

»Strafrechtlich relevanter Antisemitismus«

Reif sagte, Deutschlands Straßen und Plätze seien kein rechtsfreier Raum. Hetze gegen Israel dürfe nicht zugelassen werden. Mit freier Meinungsäußerung habe dies nichts zu tun.

Lesen Sie auch

»Das ist purer strafrechtlich relevanter Antisemitismus. Unsere Geschichte hat uns doch gelehrt, dass wir noch wachsamer als andere sein sollten. Es kann nur eine Devise geben: Nie wieder ist jetzt!«, so der 75-jährige Sohn eines Holocaustüberlebenden.

Marcel Reif will für Gerechtigkeit kämpfen, »bis ich umfalle. Bis dahin bin ich der Löwe, der nicht müde wird, jeden Tag aufzustehen und zu kämpfen. Das erwarte ich übrigens auch von den Politikern.«

»Jude, Christ oder Muslim«

Sie müssten dafür sorgen, dass kein Mensch ausgegrenzt werde – egal, ob er Jude, Christ oder Muslim sei. »Egal, ob schwarz, weiß oder schwarz-weiß kariert.« Politiker müssten nicht nur schwören, dass sie Schaden vom Volk abzuwenden haben, sondern »dies halt auch umsetzen.« ja

Diplomatie

Julia Klöckner reist nach Israel

Die Bundestagspräsidentin wird im Rahmen ihres Antrittsbesuchs auch auf den Präsidenten der Knesset treffen

 09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

London

JD Vance beschimpft Nick Fuentes

Fluchend reagiert der US-Vizepräsident auf persönliche Attacken des Rechtsextremisten und Antisemiten, die sich unter anderem gegen seine Frau und Kinder richteten

 09.02.2026

Berlin

Roderich Kiesewetter für Militärschlag im Iran

Der CDU-Abgeordnete spricht sich zugleich für mehr Druck auf das Teheraner Regime aus

 09.02.2026

Interview

»Ich sehe Deutschland als Vorreiter«

Die US-Sondergesandte für Holocaustfragen, Ellen Germain, über Erinnerungskultur, Aufklärung und Restitution

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Berlin

AfD-Beschluss: Keine Parteiveranstaltungen mehr mit Sellner

Die AfD-Spitze will keine Schlagzeilen über Treffen mit dem rechtsextremen Österreicher mehr und fasst einen Beschluss. Der hat aber auch Grenzen

 09.02.2026

Großbritannien

Epstein Files: Nächster Rücktritt in der Downing Street

Die Epstein-Kontakte des Ex-Botschafters Peter Mandelson erschüttern die Regierung von Keir Starmer. Nun zieht sich der nächste enge Mitarbeiter des Premierministers zurück

 09.02.2026

Australien

Isaac Herzog besucht Anschlagsort in Sydney

Es gab 15 Tote bei dem Anschlag auf ein Chanukka-Fest am beliebten Strand Bondi Beach. Jetzt besucht der israelische Präsident den Ort des Grauens

 09.02.2026

Paris

Drei Juden mit Messer bedroht

Der Täter nähert sich den Opfern und fragt mehrfach, ob sie Juden seien. Dann zieht er ein Messer

 09.02.2026