Bundesregierung

Lindner: Bedeutung der Bekämpfung von Antisemitismus steigt

Bundesfinanzminister Christian Lindner Foto: picture alliance / AA

Angesichts des sichtbarer werdenden Antisemitismus nach dem brutalen Terrorangriff der Hamas auf Israel hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) auf die Zuständigkeit des Bundesinnenministeriums für die politische Bildung verwiesen. Der Aspekt der Antisemitismus-Bekämpfung werde in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen, sagte Lindner am Freitag bei einem Besuch der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main.

Im August war bekannt geworden, dass Bundesfinanz- und -innenministerium die Mittel für die Bundeszentrale für politische Bildung im kommenden Jahr um knapp ein Fünftel oder 20 Millionen Euro kürzen wollen. Auch die Bildungsstätte Anne Frank, die mit rund 1,5 Millionen Euro jährlich etwa die Hälfte ihres Etats aus Bundesmitteln bekommt, rechne mit einer Kürzung, sagte Eva Berendsen von der Bildungsstätte.

Falschinformationen und Judenhass auf TikTok

Bildungsstätten-Direktorin Deborah Schnabel sagte, derzeit gebe es »ein ganz großes Problem im digitalen Raum«. Auf Plattformen wie TikTok verbreite sich eine Welle an Falschinformationen und Judenhass, die dadurch auch in die Klassenzimmer kämen. Sie mahnte Programme gegen Antisemitismus im Internet an.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagte beim Besuch der Bildungsstätte, außerschulische Lernorte wie etwa die Bildungsstätte seien immens wichtig. »Antisemitismus ist weiter verbreitet, als viele sich das vorgestellt haben«, sagte sie. Judenfeindschaft sei zu bekämpfen, man müsse ihr aber auch vorbeugen. epd

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026