Ukrainereise

Prien bei Gedenken in Babyn Jar: Erinnerung verpflichtet uns

Der ukrainische Präsident Wlodymyr Selenskyj und Bundesfamilienministerin Karin Prien (M) nehmen an einer Gedenkveranstaltung 85 Jahre nach dem Massaker von Babyn Jar teil. Foto: picture alliance/dpa

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat im ukrainischen Babyn Jar an die Verantwortung für die 1941 von deutschen Tätern ermordeten jüdischen Opfer erinnert. »Wir Deutsche dürfen nicht vergessen, was hier und an vielen anderen Orten der Ukraine im deutschen Vernichtungskrieg geschehen ist«, sagte Prien am Dienstag in Babyn Jar. Erinnerung heiße deshalb nicht nur, den Toten ihre Namen, ihre Würde und ihre Geschichte zurückzugeben. Erinnerung verpflichte auch heute, Haltung zu zeigen.

Prien nahm in Vertretung der Bundesregierung an dem Gedenken teil. Die Gedenkstätte in Babyn Jar erinnert an eines der größten deutschen Massaker an Juden im Zweiten Weltkrieg am 29. und 30. September 1941 mit über 33.000 Toten.

»Verlässlich an der Seite der Ukraine«

Prien erklärte weiter, mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bedeute das für Deutschland, »wir stehen verlässlich und dauerhaft an der Seite der Ukraine«. Europa habe aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts ein Versprechen gemacht, »dass Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft oder Religion entrechtet werden und Grenzen nicht mit Gewalt verschoben werden dürfen«.

Ausgrenzung, Antisemitismus und Entmenschlichung begännen nicht mit Massenverbrechen, »sie beginnen schleichend«, so Prien. Eine demokratische Gesellschaft müsse früh widersprechen und die Stimme erheben. Deutschland stehe in besonderer Verantwortung, dieses Versprechen einzulösen.

Am Montag hatte die Ministerin einen Gedenkort für minderjährige Kriegsopfer in Kyjiv besucht. Außerdem verlegte sie einen Stolperstein zur Erinnerung an ein Opfer des Nationalsozialismus.

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